„Der Tag“ – die Wochenvorschau

Wie geht es weiter nach dem Attentat auf Donald Trump?

Liebe Leserinnen und Leser,

nach dem Attentat auf Donald Trump werden die Ermittlungen in dieser Woche weitergehen. Die kommenden Tage müssen zeigen, welche Folgen der Mordversuch für den Ex‑Präsidenten, seinen Präsidentschaftswahlkampf und die politische Stimmung in den USA hat. Trotz der Schüsse beginnen die Republikaner am Montag in Milwaukee im US‑Bundestaat Wisconsin ihren Nominierungsparteitag – das haben die Partei und Trumps Wahlkampfteam in einer gemeinsamen Stellungnahme mitgeteilt. In Milwaukee soll Trump zum dritten Mal in Folge offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der ehemaligen „Grand Old Party“ bestimmt werden. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag mitteleuropäischer Zeit soll die mehrtägige Krönungsmesse abgeschlossen sein.

Dass Trump zum Kandidaten gewählt werden wird, darf als sicher gelten. Spannend ist, wen er als seinen „Running Mate“ bestimmen wird – also als Kandidaten für die Vizepräsidentschaft. Im Gespräch sind drei Republikaner: Senator Marco Rubio aus Florida, der selbst gern Präsidentschaftskandidat geworden wäre. Der einstige Trump-Kritiker und heute rechtsextreme J. D. Vance, der vor allem durch seinen Bestseller „Hillbilly-Elegie“ bekannt ist. Und der Gouverneur von North Dakota, Doug Burgum.

Pop-Hauptstadt für drei Tage: Swiftkirchen

In dieser Woche ist es so weit: Taylor Swift, jene US‑Sängerin, die längst allen Sphären des Irdischen entrückt ist, steigt hinab vom Pop-Olymp und schwebt ein in Gelsenkirchen. Am Mittwoch startet die Deutschland-Tour der wohl erfolgreichsten Sängerin der Welt, Donnerstag und Freitag ist sie ebenfalls in der Arena „auf Schalke“. Für das arme Gelsenkirchen ist das nun schon das zweite internationale Ereignis in kürzester Zeit. Gerade noch wurde die Stadt von englischen Fußballfans zum „Shithole“ erklärt, nun hat sie stolz ihre Ortsschilder überklebt und nennt sich für ein paar Tage ganz offiziell „Swiftkirchen“.

400.000 Fans werden Swift in Deutschland gesehen haben, wenn die Show nach den Gelsenkirchen-Terminen auch noch in Hamburg und München gastiert haben wird. Die Veranstalter hätten sehr viel mehr Karten verkaufen können. „Eras“ ist schon jetzt angeblich die erfolgreichste Tournee aller Zeiten. Sie soll bereits mehr als eine Milliarde Dollar eingebracht haben. Der Film über die Tour ist der erfolgreichste Konzertfilm der Welt, erfolgreicher als Michael Jacksons „This Is It“. Dabei kann nicht jeder den Hype um Swift und die Swifties, so nennen sich die Fans, verstehen. „Wo ist Taylor Swifts ‚Billie Jean‘?“, fragte etwa der Sänger der Pet Shop Boys, Neil Tennant, kürzlich. Tatsächlich hat es Swifts Musik trotz aller Chartrekorde auch bei mir noch nicht geschafft, einen bleibenden Ohrwurm zu hinterlassen. Aber das mag an mir liegen.

Merkels 70. Geburtstag

Mit Blick auf Biden (81) und Trump (78) – die „Bild“-Zeitung sprach kürzlich vom „Greisen Haus“ – wirkt die ehemalige deutsche Regierungschefin nachgerade jung. Dabei wird Angela Merkel nach 16 Jahren im Amt der Bundeskanzlerin und nunmehr auch schon knapp drei Jahren außer Dienst am Mittwoch 70 Jahre alt. 35 Jahre hat sie in der DDR verbracht, ebenso lange nun auch im wiedervereinigten Deutschland. Die ARD hat zum runden Geburtstag gleich einen Fünfteiler über die „Schicksalsjahre einer Kanzlerin“ produziert, der Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) lobte mit Blick auf den 70. in einer Würdigung im „Rolling Stone“ den „feinen Spott“ und den „schneidenden Witz“ der Ex‑Kanzlerin. Und vor Weihnachten soll zudem noch Merkels Autobiografie erscheinen, an der sie seit geraumer Zeit gemeinsam mit ihrer langjährigen politischen Beraterin Beate Baumann gearbeitet hat. Danach stimmt dann ja vielleicht wirklich, was Merkel schon in einem ihrer Wahlkämpfe gegenüber ihren Wählerinnen und Wählern so keck behauptete: „Sie kennen mich.“

Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend

Ihr Dirk Schmaler

 
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Wer diese Woche wichtig wird: Die spannende Wahl

Sie gilt als mächtigste Frau der Welt: Ursula von der Leyen ist seit 2019 EU‑Kommissionspräsidentin. Am Donnerstag soll die Niedersächsin und CDU-Politikerin für weitere fünf Jahre vom EU‑Parlament im Amt bestätigt werden. Allerdings ist der Ausgang alles andere als sicher. Von der Leyen braucht die Stimmen der Mehrheit der 720 Abgeordneten, also 361 Stimmen. Die Koalition der Konservativen mit Liberalen und Sozialdemokraten zählt 400 Abgeordnete, allerdings ist die Wahl geheim, niemand weiß, wie viele Abweichler es geben wird. Fällt sie durch, ist ihre Karriere in Brüssel wohl vorbei.

 

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