Die Welt am Dienstagmorgen

Die Grünen machen Ernst, die Ukraine hofft auf den saudi-arabischen Frühling

Liebe Leserinnen und Leser,

mit diesen fünf wichtigen Themen in fünf Minuten sind Sie bestens informiert für Ihren Dienstag.

Die sachte Rache der Grünen

Darum geht es: Die Grünen sperren sich gegen Details des Plans von Union und SPD, Verteidigungsausgaben und Infrastrukturinvestitionen durch eine Lockerung der Schuldenbremse zu finanzieren. Für die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament haben die beiden Parteien die Stimmen der Grünen allerdings fest eingeplant.

Darum ist es wichtig: Scheitert das Finanzpaket, müssten Union und SPD ihre geplanten Regierungsprojekte wohl beerdigen. Für den Kanzlerfavoriten Friedrich Merz (69, CDU) ist es der erste innenpolitische Härtetest in Diplomatie. Er hatte die Grünen auch nach der Wahl noch abqualifiziert, nun muss er sie für sich gewinnen.

So geht es weiter: Am Donnerstag soll der Bundestag über das Paket beraten. Am selben Tag ist auch der Start der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD geplant. Offen ist, ob diese nur schwierig werden oder – wegen fehlenden Geldes – richtig schwierig.

Trump und Selenskyj, der nächste Versuch

Darum geht es: Im saudi-arabischen Dschidda treffen sich heute Diplomaten der Ukraine und der USA. Beide Seiten wollen sich annähern, nachdem US-Präsident Donald Trump (78) den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj (47) kürzlich im Weißen Haus vor laufenden Kameras gedemütigt hatte.

Darum ist es wichtig: Saudi-Arabien hat sich auch als möglicher Ort für Friedensverhandlungen zwischen der ukrainischen und der russischen Führung ins Gespräch gebracht. Dass Trump die US-Unterstützung für Kiew aussetzte und teils Kremlchef Wladimir Putin (72) umgarnte, lässt viele Beobachter rätseln, auf wessen Seite er steht.

So geht es weiter: Die US-Delegation führt Außenminister Marco Rubio (53) an, für die Ukraine ist Außenminister Andrij Sybiha (50) dabei. Sollte es eine von Trump akzeptierte Verständigung geben, könnten die USA sich stärker für eine Friedensinitiative zwischen der Ukraine und Russland einsetzen. Zuletzt hatte Trump wirtschaftliche Zusagen der Ukraine in Multimilliardenhöhe verlangt.

Der Aufstieg von Rheinmetall zum Börsenliebling

Darum geht es: Das Rüstungsgeschäft boomt, die Rheinmetall-Aktie springt seit Monaten von Rekord zu Rekord. Am Mittwoch wird Konzernchef Armin Papperger (62) eine Rekordbilanz mit ehrgeizigen Zielen präsentieren.

Darum ist es wichtig: Die Bundesregierung und die EU-Kommission wollen massiv in Aufrüstung investieren. Damit steht in den kommenden Jahren viel Steuergeld für die Waffenindustrie bereit. Sie könnte zu einer neuen Schlüsselbranche in Europa werden.

So geht es weiter: Rheinmetall will seinen Umsatz vervielfachen. Und das Unternehmen beschränkt sich dabei nicht auf Europa: Für den Erfolg in den USA investiert Rheinmetall auch dort – getreu dem Motto „America first“.

Die Welt schaut auf die Wahl in Grönland

Darum geht es: In Grönland wird heute ein neues Parlament gewählt. Am Montag mischte sich US-Präsident Donald Trump (78) noch einmal in den Wahlkampf auf der größten Insel der Welt ein.

Darum ist es wichtig: Trump will Grönland unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen. Doch das rohstoffreiche Land gehört völkerrechtlich zu Dänemark – auch wenn es weitgehende Autonomierechte besitzt.

So geht es weiter: Regierungschef Múte B. Egede (37) hat Trump nach dessen Interventionen unberechenbar und respektlos genannt. Die Wahl wird entscheiden, ob er auch künftig die Geschicke der Grönländer lenken wird. Das Ergebnis wird wohl erst am Mittwochmorgen vorliegen.

Den Bäckern gehen die Bäcker aus

Darum geht es: Deutschlands Backstuben fehlt der Nachwuchs. Die Anzahl der Auszubildenden hat sich in den vergangenen zehn Jahren halbiert. Der Trend zeigt sich im „Bäckerei-Monitor“, den die Gewerkschaft NGG zusammen mit der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht.

Darum ist es wichtig: Der Fachkräftemangel trifft auf eine durch die gestiegenen Energiekosten eh schon belastete Branche. Die Kundinnen und Kunden spüren das durch steigende Preise.

So geht es weiter: Die Bäcker versuchen, mit Fachkräften aus dem Ausland ihre Not zu lindern. Und mit höheren Preisen ihre Jobs besser bezahlen zu können.

Allzeit einen Laib Brot in Reichweite wünschen Ihnen

Jan Petermann und Sebastian Heintz

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