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Klassik jugendlich frisch: Konzertabend mit Sina Günther und Jan-Lukas Willms

„Mondnacht“ im Hamelner Münster

HAMELN. Knapp 100 Besucher kamen ins Hamelner Münster, um die beiden jungen Talente zu sehen und vor allem zu hören: Sopranistin Sina Günther und Klarinettist Jan-Lukas Willms brillierten in der Reihe „Junge Künstler musizieren im Münster“.

veröffentlicht am 27.09.2021 um 09:30 Uhr
aktualisiert am 27.09.2021 um 20:30 Uhr

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Reporter

Irmgard Langhorst ist glücklich. „Ich kenne Sina und Jan-Lukas seit sie Vikilu-Schüler waren und habe sie nach ihren Auftritten in der Martin-Luther-Kirche hier ans Münster gebracht.“ Langhorst, die 20 Jahre lang an der Hamelner Musikschule unterrichtet hat, ist die Initiatorin der Reihe „Junge Künstler musizieren im Münster“. Mit der aus dem münderschen Ortsteil Beber stammenden Sina Günther, und Hamelner Jan-Lukas Willms (beide Jahrgang 1997) gastierten zwei Ausnahmetalente im Hamelner Münster, das mit knapp 100 Besuchern gut besucht war. Beide sind aus dem Musikzweig des Viktoria-Luise-Gymnasiums hervorgegangen. Günther schlug eine bemerkenswerte Gesangskarriere ein, Jan-Lukas gewann Preise bei „Jugend musiziert“ und ist derzeit erster Klarinettist der UdK Berlin.

„Mindestens einmal im Jahr spielen wir zusammen“, sagt Sina Günther, die sich wie Jan-Lukas nach langer Coronapause über den öffentlichen Auftritt freut. „Mondnacht“, so heißt das 14 Stücke Programm. „Da wollten wir etwa Robert Schumanns ,Mondnacht‘ mal mit der von Brahms vergleichen“, so Willms. Entstanden ist ein Programm, in dem die Arie des Ännchen aus Carl Maria von Webers „Freischütz“ neben einer von Willms virtuos vorgetragenen Chopin-Ballade, Bachbearbeitungen für Klarinette und Ralph Vaughn Williams modernem „Three Vocalises“ steht.

„Der Hall im Münster ist problematisch und verlangt viel Gefühl. Den muss man immer mit im Ohr haben“, erläutert Günther. Gerade deshalb, ergänzt Willms, habe man Williams‘ aus drei Sätzen für Sopran und Klarinette bestehendes, schwer zu singendes Werk ausgesucht.

Nicht nur dabei konnte Sina Günther ihre kraftvolle Stimme voll jugendlicher Frische demonstrieren. Ein klarer heller Sopran, der die Luft im Kirchenschiff zum Vibrieren brachte, vollendet Fortissimo-Passagen und sanfte Lyrik variierte. So geriet ihr dann auch Vincenzo Bellinis „Rezitativ und Arie der Giulietta aus „I Capuletti e i Montecchi“ zu einem bewegenden Klangerlebnis, das die Zuhörer ebenso anrührte wie Günthers Vortrag der Schumann-Lieder „Widmung“ und „Mondnacht“.

Jan-Lukas brillierte mit exzellentem Klavier- und Klarinettenspiel. „Es geht aber nicht nur um Mond und Nacht, sondern um den Zusammenhang von Himmel und Erde im religiösen Sinn“, so Langhorst in ihrer Einführung. Ein Konzept, dass die Nachwuchskünstler bewundernswert umgesetzt haben. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus, Bravorufen und stehenden Ovationen.



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