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Jugendfeuerwehr Kirchohsen kämpft um ehrenamtliches Engagement / Vielfältige Gründe des Rückzugs benannt

Zwölf Jugendliche kehren der Feuerwehr den Rücken

Kirchohsen. Die Jahreshauptversammlung der Jugendfeuerwehr Kirchohsen eröffnete Ortsbrandmeister Thomas Jordan. Sieben Jungen und sieben Mädchen aus Emmern, Hämelschenburg und Kirchohsen sind derzeit in der Jugendfeuerwehr aktiv. Neu hinzugekommen sind Andreas Mönch aus Kirchohsen und Joshua Ehmcke aus Hämelschenburg.

veröffentlicht am 03.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:41 Uhr

Diesen beiden Neueintritten stehen 12 Austritte gegenüber. Einen Wechsel von der Jugendabteilung in die Einsatzabteilung gab es dabei nicht. „Die Gründe ihres Rückzuges sind vielfältig“, erläutert Jugendwart Karl-Friedrich Jürgens. Angefangen vom Wohnortwechsel, über andere sportliche Interessen wie Handball bis hin zu den Aussagen: „bei der Feuerwehr gibt’s kein Geld“ und „keine Lust, weil es zu Hause bequemer ist“, sei alles vertreten. Wobei Jürgens und seine Kollegen beobachten, dass sich die Grundeinstellung und Auffassung zum Pflichtbewusstsein der Jugendlichen und die Unterstützung seitens der Eltern zum Nachteil entwickelt habe.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, besuchten einige Jugendwarte im Auftrag der GFW an zwei Vormittagen die Johann-Comenius-Schule, informierten Schüler im Unterricht und machten auf dem Schulhof mit einem Löschfahrzeug auf sich aufmerksam. Aber auch diese Veranstaltung sei teilweise nur als „willkommener Unterrichtsersatz“ abgetan worden und habe nicht wirklich Früchte getragen.

Es gab auch personelle Konsequenzen: Der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Torben Marx ist aus persönlichen Gründen ausgeschieden. Michael Philipp ist sein Nachfolger. Auch Betreuer Alexander Puzevich ist aus persönlichen Gründen ausgeschieden. Betreuer Rick Persohn ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen. Zweckoptimistisch blickt Jürgens dennoch in die Zukunft: „Soll nicht heißen, dass es keine interessierten und engagierten Jugendfeuerwehrleute mehr gibt. Ich denke, jetzt sind die Reihen soweit gelichtet, dass wir mit der bestehenden Mannschaft gut durchstarten können.“ Wer sich motiviert fühlt, bei den regelmäßigen Treffen der Jugendlichen donnerstags von 18 bis 20 Uhr vorbeizuschauen, ist stets willkommen.

Im Jahr 2009 wurden 167 Stunden Jugendfeuerwehrdienst angeboten. Außerdem waren die Jugendlichen fünf Tage in Bremerhaven und drei Tage beim Berufsfeuerwehrwochenende im Dienst. Darüber berichtete Alessandro Conrad ausführlich. Insgesamt wurden im Jahr 2009 somit 2143 Dienststunden von den Jugendlichen geleistet.

Gewählt wurden Jugendsprecher Alessandro Conrad und Jugendsprecherin Michelle Körth. Nachfolger von Kassenwartin Laura Weitze wurde Alessandro Ehmcke. Zur Schriftführerin wurde Denise Müller gewählt, Gerätewarte sind Christoph Kather und Robin Melde.

Auch in diesem Jahr werden neben Lehrgängen und Prüfungen eine Fahrt zur Therme in Bad Lippspringe und der Standort des ABC-Zuges in Marienau besucht. Am 1. Mai findet eine Radtour gemeinsam mit den Eltern statt. Bei der Sommerfahrt in der ersten Ferienwoche vom 28. Juni bis 2. Juli geht es diesmal nach Flensburg. Die Gemeindejugendfeuerwehr fährt am 2. Oktober in den Heidepark anlässlich des Bezirksjugendfeuerwehraktionstages. Einen Pokal für besondere Leistungen erhielt Michelle Körth.

Ute Körth überreicht im Namen der Jugendlichen und deren Eltern Präsente an das Führungsteam der Jugendfeuerwehr.



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