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Lagerhallenbrand geht glimpflich aus / Heute kommen Gutachter, um Schaden und Ursache zu klären

Zwischenzeitlich sogar an Evakuierung gedacht

Krankenhagen (wm). Nach dem Feuer im Lagerhaus der Raiffeisen-Genossenschaft in Krankenhagen am Neujahrstag (wir berichteten) rücken heute mehrere Gutachter an, die ermitteln sollen, wie das Feuer ausbrechen konnte und wie hoch der entstandene Schaden ist. Denn neben den vermutlich unbrauchbar gewordenen 600 Tonnen Düngemittel ist möglicherweise auch das in einem anderen Abschnitt der Halle gelagerte Getreide kontaminiert worden.

veröffentlicht am 03.01.2007 um 00:00 Uhr

Den entscheidenden Hinweis für die Brandbekämpfung habe am Neujahrstag der diensthabende Chemiker des Transport-Unfall-Informationssystems (TUIS) geliefert, schilderte gestern Clemens Keich, Leiter des Umweltschutzzuges des Landkreises. Nämlich, dass die chemische Reaktion in dem Düngemittel (Kalkammonsalpeter) von alleine abklingen würde, wenn der eigentliche Feuerherd, die brennenden Dachsparren, die auf das Schüttgut gefallen waren, gelöscht sei. "Wir haben keine Fehler in diesem schwierigen Brandfall gemacht und den Schaden mit unseren Maßnahmen tatsächlich auf ein Mindestmaß reduziert", resümierte gestern Morgen der stellvertretende Kreisbrandmeister Rainer Kuhlmann für das Team der Einsatzleitung. Es sei nur so viel Löschwasser eingesetzt worden, wie absolut notwendig gewesen sei. Dadurch sei auch kein kontaminiertes Wasser aus der Halle in die Kanalisation geflossen. Zu Beginn, so Kuhlmann, habe die Lage dramatisch ausgesehen: Man habe sogar den Fall diskutiert, wie man Anwohner rund um die Lagerhalle am schnellsten evakuieren könne, sollte das Feuer außer Kontrolle geraten. Diese Maßnahme sei dann zum Glück aber nicht notwendig geworden. Noch am Neujahrsabend hatte der Leiter des Gesundheitsamtes beim Landkreis, Dr. Uwe Krusche, mit den Feuerwehrleuten gesprochen, die direkt in der Halle oder in unmittelbarer Nähe des Brandes im Einsatz waren und Entwarnung gegeben. Eine grundsätzliche Gesundheitsgefahr bestehe nicht, eine gründliche Reinigung sei ausreichend, Blut- oder Urinuntersuchungen nicht notwendig, die Atemschutzträger durch ihre Geräte ausreichend geschützt gewesen. Möglich seien unter Umständen Hautreizungen, in diesem Fall sollten die Betroffenen ihren Hausarzt aufsuchen. Dr. Krusche erläuterte gestern in einem Telefongespräche, er habe während des Brandeinsatzes auch Kontakt mit Dr. Klaus-Michael Wollin vom Notfalldienst des Zentrums für Gesundheits- und Infektionsschutz aufgenommen und sich über die Risiken von Kalkammonsalpeter informieren lassen. Manfred Nagel, Leiter der Warenabteilung der Volksbank in Krankenhagen, hatte die Feuerwehr-Einsatzleitung bereits unmittelbar nach Ausbruch des Brandesüber das in der Halle gelagerte Material informiert. Eigentlich kann sich Kalkammonsalpeter nicht von selbst entzünden - wie das Feuer entstanden ist, müssen jetzt Spezialisten der Kriminalpolizei klären. Noch am Neujahrsabend haben Beamte der Technischen Gruppe Umweltschutz aus Hildesheim in Schutzkleidung erste Untersuchungen am Brandort vorgenommen.

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