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Runder Geburtstag auf Schloss Bückeburg: Fürstin Benita wird am morgigen Sonntag 80

Zwischen Zurückhaltung und Zielstrebigkeit

Bückeburg. Die Fahne auf dem Schlossturm wird im Wind flattern und eine kleine Abordnung des Bürgerbataillons um Mitternacht im Festsaal gratulieren, dazu kommt ein Empfang für die lokale Prominenz. Das werden aber auch die einzigen nach außen hin sichtbaren Zeichen sein, dass am Sonntag auf Schloss Bückeburg gefeiert wird: Benita Fürstin zu Schaumburg-Lippe wird 80.

veröffentlicht am 17.11.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

Benita Fürstin zu Schaumburg-Lippe: Sie feiert am morgigen Sonnt
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Im kleinen Kreis, mit 40 engen Freunden, wird sie in ihren Geburtstag hineinfeiern, das Diner wird vom Schmiedegasthaus Gehrke serviert. Bewusst im kleinen Kreis, denn nach wie vor muss sich die Fürstin von den Folgen ihres schweren Unfalls von Ende Februar dieses Jahres erholen, als sie beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst wurde. Klein feiern und kein Aufheben von der eigenen Person machen - das passt eher zum Naturell der Fürstin. Sie ist keine Freundin großen Brimboriums, jedenfalls nicht in eigener Sache. Was aber nicht heißt, dass sie "den großen Auftritt" scheut. Nach wie vor gilt sie als Protokollchefin auf dem Schloss. Wenn gefeiert wird, dann - bitte schön - mit Niveau: Deutlich geworden unter anderem bei den Hochzeiten ihres Sohnes Alexander, bei denen sie im Hintergrund Fäden zog - und 1993 von einem Magazin zur Party-Organisatorin des Jahres gekürt wurde. Hier zeigen sich weitere Eigenschaften der Fürstin. Sie weiß, was sie will. Und wenn es darauf ankommt, setzt sie ihre Vorstellungen auch durch, nimmt hinter den Kulissen auf Entscheidungen und Abläufe Einfluss. Immer verbindlich, immer freundlich - und mit aller Energie. Nach dem Tod ihres Mannes Fürst Phillip-Ernst, im Jahr 2003, als Erbprinz Alexander Chef des Hauses Schaumburg-Lippe wurde, hat sie sich allerdings weitgehend aus dem "Tagesgeschäft" zurückgezogen. Den Bückeburgern war sie - vor ihrem Unfall - eine präsente Person im Stadtbild. Beim Einkaufen mit ihr zu sprechen, war selbstverständlich; sie im Harrl zu treffen, wenn sie mit ihrem Hund unterwegs war, ebenso. Berührungsängste? Keine. Von beiden Seiten nicht. Bemerkbar ist dies auch in ihrem sozialen Engagement. Lange Jahre gehörte sie dem Vorstand des Evangelischen Altenheims an, ein Nebenhaus trägt ihren Namen. Sie ist nach wie vor Schirmherrin des Deutschen Roten Kreuzes Bückeburg, auch dem Kuratorium des Stadthäger Josua-Stegmann-Heims gehörte sie an. Geboren wurde die Fürstin als Eva-Benita Viktoria Maria Freiin von Tiele-Winckler in Vollrathsruh im Kreis Waren, Mecklenburg. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges schlug sie sich auf Geheiß ihrer Eltern in den Westen durch durch. Später studierte sie Biologie, finanzierte das Studium aus eigener Kraft. Am Ende stand ein Doktortitel mit der Auszeichnung "summa cum laude". Am 3. Oktober 1955 heiratete sie in Bückeburg Fürst Phillip-Ernst. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor: Erbprinz Georg-Wilhelm, der 1983 bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Steinbergen tödlich verunglückte, und Alexander, heute Chefdes Hauses.



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