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Siebter Prünmarkt präsentiert sich in der Bad Nenndorfer Wandelhalle als Höhepunkt der heimischen Trachtenszene

Zwischen Strickliesel, Rotröcken und Puppenklinik

Bad Nenndorf (tes). Jedes Teil ein Unikat und alles handgemacht: Bei strahlendem Sonnenschein hat es beim siebten Prünmarkt nur strahlende Gesichter. Dem Arbeitskreis Trachten der Schaumburger Landschaft ist es gelungen mit mehr als 30 Ausstellern in der Wandelhalle Jung und Alt für schaumburgtypische Handarbeiten zu begeistern.

veröffentlicht am 06.03.2007 um 00:00 Uhr

Wer Trachten liebt, muss stricken können:Die Handarbeit der Prof

"Genau das Richtige für einen Wochenendausflug", lobte Schirmherrin Eva Burdorf die Gelegenheit kostbare Trachten aus der Nähe zu sehen. Bürgermeisterin Gudrun Olk begrüßte den Prünmarkt erstmals in der renovierten Wandelhalle: "Traditionelles und Neues passt gut zusammen." Kleine Probleme mit der Akustik machtenModeratorin Angelika Buschmann und die Tanzgruppen aus Bad Nenndorf, Haste, Lindhorst, Lauenhagen, Gelldorf, Meerbeck, Röcke, Nammen, Kleinenbremen und Meinsen-Warber mit visuellen Highlights wett. Den Anfang auf der Bühne machten die Kindertrachtengruppen "Nenndorfer Rotröcke" und "Aalester Maikens", unterstützt vom Blasorchester Bad Nenndorf. 95 selbst gebackene Kuchen und Sonne schon am Morgen: "Das kann ja nur gut werden", freute sich Organisatorin Sophie Mensching über die Besucherströme - viele davon in eigener Tracht. Nähen, Stricken, Sticken, Klöppeln, Malen, Holzschnitzerei und Flechten: "So original wie möglich", heißt die Devise bei "Fransenknüpferin" Heidi Klaus aus Obernkirchen. Seit zehn Jahren ist diese mit ihrer Familie dabei. Die Liebe zur Tradition und der Spaß am Tanz verbindet die Generationen. Die Aussteller waren sich einig: Der Prünmarkt ist neben unzähligen Erntefesten der Höhepunkt in der heimischen Trachtenszene. Die Jüngsten zeigten dem Publikum den Umgang mit der Strickliesel. Die Kinder waren sich ihrer Bedeutung bewusst: "Die Trachten sterben aus", erklärte die kleine Adina Hova, warum sie dem Trachtenfieber erlegen ist und sogar stricken gelernt hat. Auch der Tanzkreis Haste "wächst von Generation zu Generation", erzählte Tanja Knake im Interview mit der Moderatorin. Mit 35 Kindern ab drei Jahren waren die Haster angereist, mehr als 200 waren es beim gesamten Prünmarkt: "Tolle Jugendarbeit", lobten Buschmann und die stellvertretende Landrätin Burdorf. Damit diese Nachwuchsarbeit erhalten bleibt, kommen die Überschüsse den Trachtenkindern zugute. Puppenbesitzer nutzten zudem die Möglichkeit, sich medizinischen Rat bei Rita Korte von der Puppenklinik zu holen. Ein Höhepunkt für alle Trachtenkinder mit eigener Trachtenpuppe war das gemeinsame Foto - eine Erinnerung an ein Bild von Schaumburger Kindern aus dem Jahr 1936 auf dem damaligen Bauerntag in Goslar. Zur Belohnung gab es für alle Puppeneltern einen Preis. Burdorf dankte demüberregional bekannten Organisationsteam bestehend aus Sophie Mensching, Jutta Rohrsen und Renate Bredemeier für den Prünmarkt, der mittlerweile selber zur Tradition geworden sei. Mit "Prün un vertellen un kuern" (bedeutet sinngemäß übersetzt "Handarbeit, Quatschen und Tratschen") lege die Veranstaltung "den Grundstein, dass unsere Trachtengruppen noch viele Jahre bestehen."

Aussteller in Aktion: "Jedes Teil ein Unikat": Heidi Klaus und A
  • Aussteller in Aktion: "Jedes Teil ein Unikat": Heidi Klaus und Andreas Eynck wissen, worauf es dem Trachtenliebhaber ankommt.

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