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Junge Mädchen erleben Indischen Abend / "Bollywood"-Spielfilm zum Ausklang

Zwischen Naanbrot und Koriander-Hähnchen

Obernkirchen (sig). Indien ist weit weg, gehört zu einem anderen Kontinent. Aber gerade das weckt das Interesse an diesem großen Land, das seine Geheimnisse und Eigenheiten besitzt und in dem über eine Milliarde Menschen leben. Dass dort die Kühe heilige Wesen sind und nicht angetastet werden, ist weithin bekannt. 25 Mädchen aus der Bergstadt wollten aber mehr wissen. Deshalb nahmen sie das Angebot der evangelischen Jugend an, zu einer "Indischen Nacht" in die "Rote Schule" zu kommen.

veröffentlicht am 07.11.2006 um 00:00 Uhr

Ganz gespannt verfolgen die Mädchen den synchronisierten indisch

Elke Schönbeck und ihr Team hatten gute Vorarbeit geleistet. In der Küche brutzelte es; verschiedene fremdländische Düfte machten sich breit. Hähnchenschenkel schmorten im Backofen, gewürzt mit Ingwer, Koriander, Kurkuma und Kreuzkümmel. Auf einem Tisch stand eine Platte mit kleinen Fladen, die als Naanbrot vorgestellt wurden. Auch der Raum, in dem sich sonst der Spielkreis trifft, war keine genussfreie Zone. Dort befanden sich auf einem langen Tisch Teller und Schüsseln mit weiteren nahrhaften Kostproben indischer Speisen. Um bei der Zubereitung ganz sicher zu sein, hatte sich Elke Schönbeck dabei eines speziellen Kochbuches bedient. "Die Inder vereinen bei einer Mahlzeit alle Geschmacksrichtungen, von scharf über süß, sauer, herb und bitter bis hin zusalzig", erzählt sie. Indisch ging es schon beim Betreten dieses Raumes zu. Wer kam, sollte seine Hände falten, sich vor seinem Gegenüber verbeugen und ein Grußwort sprechen, für das es verschiedene Vorschläge gab. An der Tür war zusätzlich der Hinweis zu lesen, dass viele Inder mit der Hand erst ihre Stirn und dann ihr Herz berühren. Diesem Brauch liegt die Auffassung zugrunde, dass jedem Menschen das Göttliche innewohnt. Auf weiteren plakativ angebrachten Papierbogen standen Fragen in Deutsch und in der Lautsprache der Tamilen, die sich die Mädchen notieren und im Rahmen eines Spiels zum Kennenlernen gegenseitig stellen sollten. Tamil ist eine von 21 regionalen Amtssprachen in Indien. Überregional verständigt man sich in Englisch oder Hindi. Weitere Informationenüber das Land südlich des Himalaya-Gebirges lagen griffbereit auf dem Tisch. Dort war zum Beispiel zu lesen, dass Indien erst seit 1947 unabhängig ist. Bis dahin gab es eine britische Kolonialverwaltung. Seinen Namen hat das Land von dem in Tibet entspringenden Strom Indus. Dass der Hinduismus rund 900 Millionen Anhänger hat und damit die drittgrößte Religion nach dem Christentum und dem Islam ist, war für die Mädchen ebenso interessant wie die Stellung der Frau, die viele Wandlungen durchgemacht hat. Noch gibt es dort hinduistische Traditionen, die den Frauen nicht die gleichen Rechte wie den Männern zugestehen. Zum Ausklang dieses informativen Abends bekamen die Mädchen einen modernen indischen Spielfilm zu sehen, der synchronisiert war und in dem die Musik- und Gesangsstücke mit deutschem Text unterlegt waren. Er gab zusätzliche Einblicke in die Lebensart und Kultur jenes fernen großen Reiches.

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