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Stammzellenspender gesucht / Hofgottesdienst mit Pastor Helmut Syska

Zweiter Leukämiefall in der Familie: Kirchengemeinde will Frederik helfen

Krankenhagen (who). Am Sonntag, 1. Juli, wollen die Familie Brandsmeier und die evangelische Kirchengemeinde bei einem Hofgottesdienst gemeinsam auf die Krankheit Leukämie aufmerksam machen. Aktueller Anlass ist die zweite Erkrankung innerhalb von zwei Jahren in der Verwandtschaft der Brandsmeiers.

veröffentlicht am 12.06.2007 um 00:00 Uhr

Pastor Helmut Syska und Wilfried Althoff mit Ulrike und Friedhel

Nachdem ein 12-jähriger Neffe an den Folgen von Leukämie verstorben, sei, sei bei dem 17-jährigen Frederik Ameis aus Steimke bei Nienburg, einem anderen Neffen, die gleiche Krankheit diagnostiziert worden, berichtet Ulrike Brandsmeier. Sie und ihr Ehemann Friedhelm hätten daraufhin beschlossen, zusätzliche Schritte zur Hilfe in Gang zu setzen. Die Brandsmeiers haben inzwischen breite Unterstützung bei der Kirchengemeinde sowie bei den Vereinen Organisationen im Ort gefunden. Das Flugblatt mit der Einladung zum Hofgottesdienst auf dem Hof am Großen Kroll erklärt, worum es geht: In Deutschland erkranken jährlich mehr als 12 000 Kinder und Erwachsene an Leukämie. Damit hat sich die Zahl der Neuerkrankungen seit 1996 fast vervierfacht. Wenn medikamentöse Therapien erfolglos waren, hilft oft nur die Übertragung von so genannten Blutstammzellen eines Spenders mit größtmöglicher Übereinstimmung der Gewebemerkmale. Falls innerhalb der eigenen Familie kein geeigneter Spender gefunden werden kann, gibt es die Möglichkeit der Suche in inzwischen weltweiten Spenderegistern nach einem genetischen Zwilling. Dabei werden potenziellen Spendern Stammzellen zur Bestimmung beziehungsweise Typisierung entnommen. "Dabei kann in der Regel auf die früher praktizierte Übertragung von Knochenmark verzichtet werden, was für den Spender wesentlich unkomplizierter ist", erklärt Ulrike Brandsmeier. Beim Hofgottesdienst werde unter anderem ein Mitarbeiter des Niedersächsischen Knochenmark- und Stammzellenregisters das Verfahren erklären. Gleichzeitig erhoffe sich die Familie, Spender von Stammzellen und auch von Geldzuwendungen zu gewinnen. Grund: Pro Typisierung, die auch der Hausarzt in Verbindung mit dem Register vornehmen kann, fallen Kosten von 50 Euro an. Zurzeit befindet sich Frederik in einer Chemotherapie und könne Ende August seine Stammzellenübertragung bekommen. Voraussetzung, bis dahin werde ein Spender gefunden. Vor allem der Hofgottesdienst solle auf die Möglichkeiten zur Hilfe aufmerksam machen, betont Pastor Helmut Syska. "Deshalb haben wir die Aktion unter den augenblicklichen Leitgedanken aus der Diakonie gestellt: ?Wenn Krankheit Mauern baut'". Der Hofgottesdienst solle praktisch helfen, diese Mauern zu überwinden. Dass die Aktion bereits Eigendynamik entwickelt hat, zeigt das große Echo der Hilfsbereitschaft im Dorf und in den Nachbarorten. Denn zum Hofgottesdienst haben schon jetzt etliche Gruppen ihre Unterstützung zugesagt. So unter anderem die Volkstanzgruppe Strücken, die Cheerleader von der Ortsfeuerwehr oder der Heimatverein, der Backhaus-Zuckerkuchen anbieten wird. Darüber hinaus gibt es ein Mittagessen und die Möglichkeit zur Hofbesichtigung.



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