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Vor Gericht ist Bewährung kein Thema

Zweiter Kupferdieb soll 18 Monate hinter Gitter

Luhden/Bückeburg (ly). Mit einer Haftstrafe von 18 Monaten ist in Bückeburg der zweite Prozess gegen die Eilser Kupferdiebe zu Ende gegangen. Auf der Anklagebank saß ein wiederholt vorbestrafter Drogensüchtiger, der nicht mehr hier wohnt. Der Schuldspruch lautet auf gewerbsmäßigen Diebstahl in drei Fällen, Bewährung war kein Thema.

veröffentlicht am 24.05.2007 um 00:00 Uhr

An der Luhdener Sporthalle sowie der Grundschule Heeßen hatten der Angeklagte und sein Luhdener Komplize, der vor zwei Monanten bereits abgeurteilt worden war (wir berichteten), im vergangenen Jahr Dachrinnen und Fallrohre aus Kupfer mitgehen lassen. Die Sporthalle war sogar zweimal das Ziel, einmal im August, einmal im Oktober. Motiv der Täter: Sie brauchten Geld für Drogen. Zusammen sollen die Diebe bei mehreren Besuchen auf einem Mindener Schrottplatz insgesamt rund 1800 Euro kassiert und halbe-halbe gemacht haben. Das Heroin kauften sie am Busbahnhof der Weserstadt. Zu den Tatorten waren die Russlanddeutschen teilweise mit Fahrrädern gefahren. Die Dachrinnen wurden abmontiert, zusammengefaltet, verpackt und abtransportiert. Staatsanwalt Günter Wilkening hatte dafür im Fall des jetzt angeklagten Mannes 16 Monate Haft gefordert und erklärt: "Dieser Antrag ist noch milde." Wohl wahr, denn Richter Armin Böhm legte zwei Monate drauf. Für eine günstige Sozialprognose hatte Böhm "keinerlei Anhaltspunkte" gesehen. Ein Grund: Der Angeklagte habe nur seine Absicht erklärt, eine Drogentherapie beginnen zu wollen. "Umgesetzt hat er nichts davon." Zum Zeitpunkt der Taten hatte der Süchtige in zwei Fällen einschlägig unter Bewährung gestanden, deren Widerruf nun obendrein droht. Im Vorstrafenregister des Mannes stehen acht Eintragungen. Diebstahl kommt gehäuftvor. Wie der Angeklagte selbst seine Taten sieht, blieb unklar. Er hatte die Aussage verweigert. Gegen das Urteil sind noch Rechtsmittel möglich, wahlweise Berufung oder Revision.



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