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Tipps des Mieterbundes Bückeburg zum Umgang mit Betriebskostenabrechnungen

Zweite Miete gewinnt mehr an Bedeutung

Bückeburg (mig). "Die zweite Miete gewinnt immer mehr an Bedeutung - nach jüngsten Untersuchungen zahlen Mieter etwa ein Drittel der Gesamtmiete nur für Betriebskosten", machte der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes Niedersachsen-Bremen, Randolph Fries, während der Hauptversammlung des Deutschen Mieterbundes Bückeburg deutlich. In seinem Referat warb der frühere Mitarbeiter einer städtische Wohnungsbaugesellschaft aber auch um Verständnis für die Vermieter, die "lange nicht mehr in der Lage waren, die Miete zu erhöhen". Die kräftige Erhöhung der Energiekosten, aber auch Leerstände hätten dazu geführt, "dass heute in Hannover die Mieten manchmal niedriger sind als 1998".

veröffentlicht am 02.11.2007 um 00:00 Uhr

Randolph Fries

In seinem Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber dem Vermieter ging Fries allerdings nicht so weit, eigene Rechte kampflos aufzugeben. Sein Tipp: Schon vor bei Abschluss des Vertrages, sollte der Mieter den Punkt Betriebskosten (und hier vor allem den Punkt "Sonstiges") genau unter die Lupe nehmen. Fries: "Ich habe es erlebt, dass die Bewachung duch einen Sicherheitsdienst auf alle Mieter umgelegt wurde, obwohl davon nur die Mieter der Ladenzeile im Erdgeschoss des Hauses profitiert haben und die anderen Mieter keine Bewachung wollten." Ebenfalls besondere Aufmerksamkeit verdient nach Meinung des Landesverbandsgeschäftsführers die Feststellung des Verteilerschlüssels nach Quadratmeter-Wohnfläche, Personenzahl oder Wohneinheiten. Nicht selten versuchten Hausverwaltungen bei vereinbarter Abrechnung der verbrauchsabhängigen Kosten (Wasser, Müllabfuhr etc.) eine Umstellung auf die Wohnfläche vorzunehmen, weil dies für sie einfacher ist. Bevor der Mieter dieser Umstellung zustimmt, sollte er erst einmal nachrechnen: Wer eine kleine Wohnung hat, schneidet bei einer Umstellung auf Quadratmeter oft günstiger ab als bei einer Personenrechnung, Mieter von großen Wohnungen werden in der Regel höher belastet. "Während des Mietverhältnisses sollte sich der Mieter auf keine Vertragsänderungen einlassen, die ihm keine Vorteile bringen", so Fries. Von vorneherein unwirksam ist eine Betriebskostenabrechnung, wenn nicht folgende essentiellen Bestandteile enthalten sind: Angabe der Gesamtkosten, aufgeteilt nach den einzelnen Betriebskostenarten, Angabe des jeweiligen Verteilerschlüssels, die sich daraus ergebenden Einzelbeträge für den Mieter und die Vorauszahlungen des Mieters. Enthält die Abrechnung dagegen "nur" schwere inhaltliche Fehler, bleibt sie wirksam und kann, beziehungswiese muss nachgebessert werden (häufige Fehler: Reparaturkosten für den Fahrstuhl oder Kosten für einen Hausmeister). Achten sollte man als Mieter auf die Ausschlussfrist: Der Vermieter muss dem Mieter innerhalb eines Jahres die Betriebskostenabrechnung vorlegen. Schafft er das nicht, wird er mit Nachforderungen ausgeschlossen. Fries Fazit: "Wenn einem in der Betriebskostenabrechnung etwas komisch vorkommt, sollte man zum Mieterverein gehen."

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