weather-image
18°
Graben gestrichen / Kein Regenbecken

Zweitbeste Lösung muss für Borstels Problem reichen

Auetal (rnk). Einstimmig ohne Enthaltung haben die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses für einen Regenwasserkanal gestimmt, der als optimale Lösung für den Gutachter nicht ausreicht. Er hatte einen zusätzlichen Graben vorgeschlagen.

veröffentlicht am 28.06.2008 um 00:00 Uhr

D rei Varianten konnten die Mitglieder am Donnerstagabend begutachten, von denen das Regenrückhaltebecken mit den höchsten Kosten zu Buche geschlagen hätte. 670 000 Euro hatte das Ingenieurbüro Kirchner berechnet. Dafür hätte es aber auch für ein 50-jähriges Regenerereignis mit einem Rückhaltevolumen von 6000 Kubikmetern südlich der Ortslage ausgereicht. Für die Herstellung des Beckens mit einer Länge von 150 Metern, einer Breite von 20 Metern und einer Tiefe von zwei Metern wäre eine Fläche von 4000 Quadratmetern notwendig. Um einen Einstau von zwei Metern Tiefeüberhaupt erreichen zu können, wäre eine Dammaufschüttung beziehungsweise ein Einschnitt von jeweils fünf Metern nötig gewesen. Außerdem hätte in der Ortslage noch ein Regenwasserkanal von DN 800 verlegt werden müssen, also Rohre mit einem Durchschnitt von 80 Zentimetern. Diese Variante wurde im Ausschuss gar nicht erst diskutiert: zu teuer. Zumal das Gutachterbüro eine Kombination aus den beiden anderen Varianten vorgeschlagen hatte. Erstens: Das gesamte anfallende Oberflächenwasser der Außengebiete wird durch den neu herzustellenden Regenwasserkanal in der K 69, der Borsteler Straße, in die Aue abgeschlagen. Es ist viel Wasser aufzunehmen: Die Fläche der Außengebiete, die sich vom südlichen Bebauungsrand der Ortschaft bis zum "Oberberg", also südlich der Autobahn, erstreckt, weist eine Größe von 140 Hektar aus. Die Rohre würden dabei den größten Durchschnitt haben, der in einem finanzierbaren Rahmen machbar ist; 1,2 Meter. Variante zwei sah einen zusätzlichen Graben vor, der westlich der Bebauung angelegt wird und der 100 Hektar Außenbereich abdecken würde. Dazu komme dann der Regenwasserkanal, der mit einem maximalen Durchmesser von 90 Zentimetern in die Aue ableite. Variante zwei sehe Eingriffe auf ein Grundstück vor, womöglich auf mehrere, gab Bürgermeister Thomas Priemer zu bedenken. Bisherige Gespräche mit den Besitzern hätten zu keinem Ergebnis geführt. Priemer konnte dabei den oder die Besitzer durchaus verstehen: "Sie haben schon so viel erlebt mit vollen Kellern und Wasser auf ihrem Grundstück. Sie sind nicht mehr bereit, einen Graben zu dulden, der von der Gemeinde Auetal unterhalten wird. Uns wird rübergereicht: ,Wir haben einfach kein Vertrauen mehr.'" Wer eben vom Wasser in Borstel betroffen wäre, der habe auch ein besonderes Verhältnis dazu. Nach diesem verwaltungspolitischen Offenbarungseid schlug Priemer vor, nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" zu verfahren: "Wir machen ordentlich Beton unter die Fahrbahn und dann wieder zu - und das war es dann auch." Priemer wollte der Politik bei ihrer Entscheidung nicht vorgreifen, natürlich nicht, aber: "Das wollte ich nur mal loswerden." Und generell, schob Priemer nach, werde es höchste Sicherheit bei Regen auch nie geben. Zurzeit seien die Kanäle überlastet, werde man Variante eins ausführen, "können wir nachweisen, dass wir absolut alles Mögliche gemacht haben." Als Bauamtsleiter Friedhelm Liwack darauf verwies, dass alle Regenberechnungen davon ausgehen würden, dass der Boden trocken und damit wasseraufnahmebereit sei, erwiderte Priemer: "Man kann sich nicht gegen alles absichern." So sah es auch der Ausschuss, bei dem Rolf Wittmann (Grüne) urlaubsbedingt fehlte.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt