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Wo Männer nichts zu suchen haben: Wieder einmal Bombenstimmung beim Rintelner Frauenkarneval

"ZweiÜberraschungseier und ein Kümmerling"

Rinteln (clb). Rappelvoll war es am Freitagabend im Ratskellersaal: Hexen und Piraten, Engel und Teufel, Katzen, Clowns und Putzfrauen haben in bester Laune miteinander gefeiert. Startschuss war das traditionelle "Ri-lau" des achten Rintelner Frauenkarnevals.

veröffentlicht am 12.02.2007 um 00:00 Uhr

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Nicht erwünscht waren wieder einmal die Männer. Und vermisst hat sie wohl an diesem Abend keine der rund 200 Karnevalistinnen, die aus dem gesamten Landkreis angereist waren, um gemeinsam mit dem Elfenrat die "fünfte Jahreszeit" zu feiern. "Die Rintelner Elfen haben sich ab und zu getroffen - und auch manches Mal gesoffen!" Mit diesen Worten eröffnete Dorothee Heidel offiziell die Veranstaltung, nachdem ihre Elfen-Kolleginnen unter tosendem Applaus einmarschiert waren. Gleich zu Beginn ging es los mit einem bunten Tanzprogramm, welches die ohnehin schon lustig-angeheiterte Stimmung noch weiter auflockerte: Tanzmariechen Madlin Hugo sowie die Tanzgarde Lohfeld präsentierten ihre einstudierten Choreografien. Anschließend sorgte "Teufelchen Jutta" (Jutta Meves) mit ihrer Büttenrede für lauten Beifall im Saal. Ihr Chef - der Satan, Herr der Hölle - war böse auf sie, da sie zu gut gewesen ist. Chaos soll sie stiften, zerstören, alles kaputt machen im zugeteilten Bereich Rinteln. "Aber hier können die das mit dem Kaputtmachen viel, viel besser als ich!", antwortet das Teufelchen. Rintelns "Touristen-Guider", einzelne Geschäfte, Zeitung und Stadtrat werden von ihr auf die Schippe genommen, Spitzen wie "Im Rathaus geht's die Treppe rauf, und da seh' ich sie zuhauf - meine roten Artgenossen, alle in sich selbst verschossen!" sorgen für lauten Applaus im Saal. Melancholisch und makaber wurde die Stimmung beim Auftritt der Klageweiber, die in schwarzer Trauerkleidung und mit stumpfem Gesichtsausdruck versuchten, die ausgelassene Stimmung im Saal zu dämpfen. Mit Passagen wie "Meine Schwiegermutter hat jetzt ihr Idealgewicht - sie wiegt mit der Urne nur noch fünfeinhalb Kilo" und "Unseren Opa hat Gott mit dem Lasso geholt" (er hatte sich erhängt) hatten die Klageweiber das Publikum jedoch schnell auf ihrer Seite. Als absolut männerfeindlich entpuppten sich die Büttenreden von Waltraut Bauer und Ilona Fromme. Mit den Worten "60 Jahre, wirkt wesentlich älter, hat ein Steckdosengesicht, das immer unter Strom steht", charakterisierte Waltraut Bauer ihren Mann. Auch den Wert eines Mannes ("fünf Euro und einen Cent") erläutert sie dem Publikum: "Zwei Überraschungseier, ein Kümmerling." Ilona Fromme schlug mit ihrem Redebeitrag in dieselbe Kerbe: "Sehen wir uns die Männer an - was ohne Glatze, Bauch und Falten ist denn dran?", lautete eine ihrer Parolen. Veranschaulicht wurde ihre Rede mit einer Tanzeinlage zu dem legendären Schlager "Zwanzig Zentimeter". Zwischendurch sorgten weitere Showeinlagen für ein abwechslungsreiches Programm: Die Tänzer des Männerballetts Lohfeld präsentierten mit gekonnter Eleganz ihre "athletischen" Körper, die Tanzgruppe Kalldorf hatte einen bunten Gardetanz einstudiert und die Tanzgruppe "Finest Diamonds" eine rhythmisch-moderne Inszenierung. Höhepunkt des Abends war wohl der zweifache Auftritt von Travestie-Star "Jaqueline de la Rouge". Sie - oder er - zog nicht nur mit einem apricotfarbenen Glitzerkleid, den goldenen High-Heels und einer eleganten Hochsteckfrisur neidische Zuschauerblicke auf sich, sondern brachte den Saal mit Gesangseinlagen und vulgären Witzen zum Toben. Gegen ein Uhr war das offizielle Programm beendet, zum "Finale" versammelte sich der Elfenrat auf der Bühne, um gemeinsam ein Rosenmontagslied zu singen. Anschließend tanzten Hexen, Engel und Katzen noch bis in die frühen Morgenstunden... Bildergalerie im Internet: www.schaumburger-zeitung.de

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"Teufelchen" Jutta Meves
  • "Teufelchen" Jutta Meves

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