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Friedhelm Mensching informiert Betroffene

Zwei Mal Neues zur Pflege: "Residenz" holt Spezialisten

Bad Eilsen (nad). Eine gute und eine schlechte Nachricht hat Friedhelm Mensching der Zuhörerschaft in der "Residenz Am Harrl" überbracht. Zuerst die Gute: Die Pflegeversicherung zahlt mehr Unterstützung für Pflegebedürftige und Angehörige. Dann die Schlechte: Der 1. Juli 2008 brachte auch eine Beitragsanpassung - es muss mehr Geld gezahlt werden. Trotz dieses "trockenen" Themas freute sich Ingemarie Bock, viele Interessenten in ihrem Haus begrüßen zu dürfen.

veröffentlicht am 04.08.2008 um 00:00 Uhr

Friedhelm Mensching

Das "Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung", wie es im Behördendeutsch heißt und das am 1. Juli bereits in Kraft trat, ist laut Mensching, bei der AOK in Stadthagen im Dienstleistungsteam Pflege tätig, endlich ein Schritt in die richtige Richtung. So unterstütze das Gesetz besonders die häusliche Pflege. Das Pflegegeld, das in diesem Fall gezahlt werde sowie die ambulanten Pflegesachleistungen und die Beträge in Pflegestufe III bei Heimunterbringung seien angehoben worden. Weitere Erhöhungen, so Mensching, folgen jeweils am 1. Januar in den Jahren 2010, 2012, danach alle drei Jahre. In der Pflegestufe Null für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenzkranke) seien die Leistungen auf 1200 bzw. 2400 Euro bei hohem Pflegeaufwand pro Jahr erhöht worden. Bisher seien maximal 460 Euro gezahlt worden. Neu sei auch, dass diese Leistung nicht an eine Pflegestufe gekoppelt sei, sondern bereits gezahlt werde, wenn lediglich ein "Betreuungsbedarf" bestehe. Der Weg zu Leistungen sei ebenfalls erleichtert worden, denn die Wartezeit, die ein Pflegebedürftiger zu erfüllen habe, sei von fünf auf zwei Jahre verkürzt worden. Wer einen Angehörigen pflegt, hat jetzt auch Anspruch auf Pflegezeit. Arbeitnehmer können sich sechs Monate freistellen lassen, beziehen kein Gehalt, seien durch die Krankenkasse aber kostenfrei renten- und arbeitslosenversichert und hätten ein Rückkehrrecht an ihren Arbeitsplatz, wenn der Betrieb mehr als 15Arbeitnehmer beschäftige. Mache ein pflegender Angehöriger Urlaub, finanziere ihm die Krankenkasse bis zu vier Wochen im Jahr eine "Verhinderungspflege". Dafür müsse der Betreffende nur sechs Monate gepflegt haben. Aufgrund der verbesserten Leistungen, aber auch wegen der Preissteigerungen, so Mensching, seien die Mitgliederbeiträge von 1,7 auf 1,95 Prozent des Gehalts oder der Rente gestiegen. Für Kinderlose ergebe sich ein neuer Prozentsatz von 2,2 Prozent.

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