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THW hilft bei Baumfällung am Brösselweg

Zwei Jahre lang verhandelt

Diesen Baum zu entfernen, bevor noch etwas passiert, war nicht nur eine Kostenfrage, sondern es stellte sich auch die Frage, wer so etwas macht.

veröffentlicht am 01.06.2017 um 15:39 Uhr

Mitglieder vom THW halfen den Kleingärtnern, den Ahornbaum zu zerlegen. FOTO: privat

HAMELN. Als vor einigen Jahren die Stadt Hameln den 140 Jahre alten Ahorn aus der Naturschutzdenkmal-Ordnung nahm und in Form eines einfachen Briefes an den Kleingartenverein „Am Brösselweg“ übergab, fingen die Probleme an. Niemand wusste so recht, was man mit diesem „Geschenk“ anfangen sollte, zumal der Baum auf städtischen Grund steht, welcher vom Bezirksverband Hameln der Kleingärtner (BVH) und an den KGV „Am Brösselweg“ unterverpachtet ist. Leider erhielt der BVH viel zu spät Kenntnis von diesem Brief, so dass kein Ablehnen oder Einspruch einlegen mehr möglich war.

Die Frage war, was mit diesem riesigen Baum geschehen soll. Die Verkehrssicherheit war eindeutig bedroht. Ein Kleingartenverein hat weder die Geräte noch die Manpower für so eine Aktion. Das Grundstück gehört der Stadt Hameln, gepachtet hat es der BVH, der KGV „Am Brösselweg“ ist Unterpächter des BVH. Also, wer ist zuständig?

Für die Verkehrssicherungspflicht hat sich bislang weder der BVH noch der KGV „Am Brösselweg“ zuständig erklärt. Um dieses Problem zu lösen, haben Wolfgang Schünemann Vorsitzender des BVH und sein Stellvertreter, Willi Pientok, seit zwei Jahren immer wieder Gespräche mit Ralf Wilde, dem Fachbereichsleiter für Umwelt und technische Dienste der Stadt Hameln und Bernd Mros, dem Abteilungsleiter Umwelt, geführt. Da der Einladung zur Mitgliederversammlung im März einige Politiker gefolgt waren, machte Wolfgang Schünemann im Jahresrückblick den Baum erneut zum Thema.

Er forderte die Gäste auf, sich einzubringen und zu helfen, dieses Problem endlich zu lösen. Bürgermeister Volker Brockmann versprach dann auch, beim THW nachzufragen, ob es eine Möglichkeit gibt, zu helfen. Das THW war bereit, den Baum zu fällen, wenn auch nicht ganz kostenlos. Zu einer letzten Besichtigung des Baumes kamen Herr Grabbe vom THW, der Vorstand vom KGV „Am Brösselweg“, Ratsherr Gerhard Paschwitz (CDU) und Wolfgang Schünemann vom BVH. Im Gespräch mit Schünemann versprach Paschwitz, sich um die Kostenfrage für den Einsatz des THW zu kümmern. „Es muss doch eine Lösung geben, mit der alle Seiten leben können.“ Als Schünemann erneut das Gespräch mit einem Angestellten der Stadt Hameln am Telefon suchte, bekam er so dermaßen unfreundliche Antworten, dass er das Gespräch vorzeitig beendete. Trotz aller Widrigkeiten wurde das Projekt „Baum – Brösselweg“ gestartet. Vom BVH waren Brunhild Kühl und Renate Eccles erschienen. Ein Team bereitete den Ahorn vor, er wurde mit Seilen und Gurten versehen und mit dem Gerätewagen, der eine Seilwinde hat, verbunden. In dieser Zeit arbeitete das zweite Team am Boden. Es mussten einige wilde Büsche und ein kleiner Baum entfernt werden. Die Kettensägen und Heckenscheren ratterten ohne Pause, damit die Fallrichtung frei war. Schon wurden Keile in den Stamm gesägt und der Lkw ließ den Motor an.

Alle Zuschauer mussten sich zurückziehen, denn schließlich geht Sicherheit vor, auch wenn die Neugier groß war. Dann war es soweit, der Baum wurde gefällt. Kein Zaun, keine Pflanze, nicht einmal ein Grashalm wurden dabei beschädigt. Eine echte Meisterleistung der Männer vom THW. Und im Anschluss fingen alle an, aufzuräumen, der Baum wurde zersägt und alles an die Seite geräumt. Der 140 Jahre alte Baum ist nun Geschichte. Was bleibt, ist ein freier Platz und die Hoffnung auf eine gute Lösung der finanziellen Seite.pr

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