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Letzter Festakt als Landesfinanzschule Bad Eilsen: 56 Prüflinge werden zu Steuersekretären ernannt

Zwei Jahre "Büffeln" bringt sichere Jobs für alle

Bad Eilsen (thm). Letzter Entlassungsakt an der Landesfinanzschule: Am Dienstag hat die Einrichtung 56 Steueranwärter nach bestandener Laufbahnprüfung zu Steuersekretären ernannt - zum letzten Mal als Landesfinanzschule, denn ab dem 1. August bildet die Schule das Kernstück der neuen "Steuerakademie Niedersachsen".

veröffentlicht am 13.07.2006 um 00:00 Uhr

Finanzpräsident Dr. Rolf Hasselmann (v.l.) ehrt die Jahrgangsbes

72 Prüflinge (Frauenanteil: 54,2 Prozent) waren angetreten, den Wechsel vom Beamten auf Widerruf im so genannten mittleren Dienst zum Beamten auf Probe zu vollziehen. "Sie stehen jetzt sozusagen mit beiden Beinen im öffentlichen Dienst", beglückwünschte Finanzpräsident Dr. Rolf Hasselmann die 56 Kandidaten, welche die Prüfung erfolgreich bestanden hatten, davon acht mit der Note "gut", 22 mit "befriedigend" und 26 mit "ausreichend". 16 Schüler waren nicht zur Prüfung zugelassen worden - der Wert sei "überdurchschnittlich hoch", kommentierte Schulleiter Joachim Binczik die Durchfallerquote. Doch auch für die Pechvögel hatte Binczik eine gute Nachricht, sofern sie denn die Prüfungshürden im zweiten Anlauf überspringen: "Alle werden übernommen!" Das war in den beiden Vorjahren noch anders. Damals waren wegen der klammen Haushaltslage des Landes nur 75 Prozent der Bad Eilser Absolventen in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen worden. Inzwischen lasse die Budgetsituation das Einstellen aller zu, erläuterte Hasselmann. Die Planer in der Oberfinanzdirektion hätten die "komplexe Rechnerei mit vielen Unbekannten" erfolgreich zum Ende gebracht. Zwei Gründe dafür: Erstens sinke die Zahl der Anwärter, zweitens gebe es in den kommenden Jahren altersbedingt viele Abgänge. Was die "Neuen" erwartet, ist ein weitgehend sorgenfreies Berufsleben im Staatsdienst. Hasselmann: "Finanzwirte werden immer Arbeit haben - mehr als genug sogar." Die krisensichere berufliche Perspektive wird allerdings nicht eben fürstlich belohnt: Berufseinsteiger erhalten Pi mal Daumen 1700 Euro Bruttogehalt. Wie auch immer: Was die Prüflinge, egal ob übernommen oder nicht übernommen, nach dem dreimonatigen Einführungsseminar im Jahr 2004, mehreren Wochen Blockunterricht zwischendurch und dem vier Monate dauernden Abschlussseminar am meisten vermissen werden, das sind die anerkannt guten, weil wohlschmeckenden Leistungen vonSchulküchenfee Maria, aber auch die Qualitäten mancher Dozenten, unter denen die Lehrgangssprecher des Ausbildungsjahrgangs 2004 sogar den "Erfinder der Einkommenssteuer", einen waschechten "Frauenversteher" und einen "ruhenden Pol" ausmacht haben. Grußworte sprach Samtgemeindebürgermeister Heinz Wischnat. Die Abschlussfeier wurde von den Geschwistern, Melanie und Miriam Tielmann von der Musikschule Schaumburger Märchensänger musikalisch begleitet. Ein Schatten lagüber der Abschlussfeier: Einen Tag nach seiner schriftlichen Prüfung war einer der Finanzschüler auf seiner Heimfahrt nach Winsen an der Luhe mit seinem Wagen auf der Autobahn tödlich verunglückt.

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