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SPD Hameln-Pyrmont kürt 80 Kreistagskandidaten – und sieht sich gut aufgestellt

Zuversicht trotz Bundesflaute

Hameln-Pyrmont. Umfragetief auf Bundesebene – doch die Genossen im Kreis Hameln-Pyrmont wollen diesem Trend trotzen, sehen sich gut aufgestellt. Im Rahmen der SPD-Kreiswahlkonferenz kürten die Delegierten 80 Kandidaten, die um den Einzug in den Kreistag kämpfen werden.

veröffentlicht am 17.04.2016 um 17:32 Uhr
aktualisiert am 15.08.2016 um 15:23 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf

„Historisches Tief – das mag ja alles sein. Hier im Kreis Hameln-Pyrmont spielt die Musik aber anders“, betonte einer der 98 stimmberechtigten Delegierten der SPD-Kreiswahlkonferenz. Bundespolitik sei nicht Kreispolitik, so auch der Tenor der anderen Genossen, die zur Wahl ihrer Kreistagskandidaten in die Emmerthaler „Kultur(n)halle“ gekommen waren.

„Wir haben eine gelungene Kandidatenmischung“, so die Unterbezirksvorsitzende Barbara Fahncke. 80 Kreistagskandidaten traten an: Frauenanteil 31,25, Integrationsanteil 6,25 Prozent. Mit dem 75-jährigen Herbert Rode ging der älteste Kandidat noch einmal ins Rennen, mit dem 88 Jahre alten, seit 65 Jahren bei den Genossen engagiert, nahm Walter Stock vom Ortsverein Sonnental an der Veranstaltung teil. Per Videobotschaft anwesend auch der Landrat Tjark Bartels, der den Genossen von der Leinwand herab zurief: „Eure Gesichter werden es sein, die die Wahl entscheiden.“

Statt Schrumpfen mehr investieren, so Ulrich Watermanns Appell an die Delegierten. Mehr Schulsozialarbeiter und -assistenten, besseres und billigeres Wohnen, bezahlbare Mobilität, kurz: Man wolle eine „Modellregion“ werden, und dafür müsse man mehr Geld in die Hand nehmen. Südlink und Bahntrasse habe der Landrat erfolgreich verhindert, jetzt müsse er seine Kräfte auf das Thema „Weserversalzung“ konzentrieren. „Da müssen wir noch intensiver werden“, forderte Watermann mit Blick auf die Pläne einer Oberweser-Pipeline.

„Finger weg von unseren Ämtern!“, empörte sich der Landtagsabgeordnete unter dem Beifall der Delegierten über die Forderung des Hamelner Oberbürgermeisters Claudio Griese (CDU), der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion solle nach seinen Äußerungen zur geplanten Schließung der Wilhelm-Raabe-Schule sein Amt ruhen lassen.

Die Kandidatenwahl verlief indes unspektakulär und weitgehend harmonisch. Alle Kandidaten der acht Wahlbezirke wurden nahezu ohne Gegenstimmen gewählt.

Auch die Eckpunkte des Kommunal-Wahlprogramms wurden allenfalls im Hinblick auf kosmetische Ergänzungen und Akzentverschiebungen diskutiert. „Da muss der Begriff Kultur rein“, forderte etwa Uwe Nötzel aus Bad Münder, „und beim ÖPVN sind nicht nur die Preise, sondern auch die Anbindung der Dörfer wichtig.“ Man dürfe das Ehrenamt nicht mit noch mehr Vorschriften belasten, schlug die stellvertretende Landrätin Ruth Leunig vor.

Lebhafte Zustimmung auch bei Lösekrug-Möllers „Bericht aus Berlin“. Die Abgeordnete ließ es an Eindeutigkeit in Sachen Böhmermann („Das ist allein Merkels Entscheidung; sie trägt dafür die Verantwortung“) und Pressefreiheit in der Türkei („Ich bin da für absolute Klarheit!“) ebenso nicht fehlen wie hinsichtlich der Analyse der Großen Koalition. „Da liegt die Trennlinie nicht zwischen uns Sozialdemokraten und der Union, sondern zwischen der Union und dem großen Horst.“

Was den Delegierten dann ordentlich frischen Mut gab, um trotz Bundesflaute mit viel Zuversicht in den Kommunalwahlkampf zu gehen.



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