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Die 20 Mitglieder des Freizeitclubs treffen sich zweimal im Monat in den Räumen der Harfe e. V.

Zusammengehörigkeit ist bei Unternehmungen wichtig

Hameln (git). Einst waren solche Bilder eher selten: Eine Gruppe von Behinderten steht gemeinsam am Bahnhof und wartet, wie alle anderen Reisenden, auf den Zug. Sitzt nicht etwa im Sonderbus und wird gefahren. Die Gruppe, der „Freizeitclub“ macht seinen Ausflug bewusst mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Das trainiert und ist auch Ziel unserer Arbeit“, erklärt Sarah Kruse, Sozialpädagogin und Leiterin des Hamelner Freizeitclubs.

veröffentlicht am 08.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 16:41 Uhr

Ein gemeinsamer Ausflug wird mit dem Zug unternommen

Sie steht inmitten der Gruppe – kaum zu erkennen. Die Gruppe fühlt sich wohl, ist selbstbewusst, das merkt man. Es ist nicht der erste Ausflug. Jeder einzelne von ihnen bekommt die Möglichkeit mit jedem Ausflug weiter dazuzulernen, um sich sicherer in öffentlichen Verkehrsmittel zurecht zu finden. „Zusammengehörigkeit ist bei solchen Unternehmungen sehr wichtig“, beschreibt die Sozialpädagogin weiter. „Sonst funktioniert das nicht, ich muss mich auf alle Mitreisenden verlassen können.“ „Aber da passt einer schon auf den anderen auf, Toleranz und Fairness wird hier groß geschrieben.“ Natürlich gibt es auch vier Betreuer, die mitfahren. Heute geht es für die Gruppe mit Bahn und S-Bahn ins „Sealife“ Hannover.

Fähigkeiten wecken und weiter fördern

Der Freizeitclub besteht seit November 2006. Seine Clubmitglieder, 20 an der Zahl, haben körperliche, geistige und psychische Beeinträchtigungen. Sie treffen sich zweimal im Monat in den Räumen der Harfe e. V. an der Deisterstraße zu gemeinsamen Freizeit-Aktivitäten. Es wird gekocht, Spielnachmittage veranstaltet oder eben Ausflüge unternommen. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 16 Jahren. Das Aufsuchen der Harfe, selbstständig oder mit organisierter Hilfe, das übernimmt der Freizeitclub nicht.

Der Freizeitclub ist ein Projekt, das in Kooperation mit der Harfe e. V., der Lebenshilfe Hameln-Pyrmont, dem Sozialzentrum Hameln-Pyrmont e. V. und der Paritätischen Gesellschaft Behindertenhilfe GmbH entstanden ist. Die Angebote sind durchweg niederschwellig. Das regelmäßige Clubtreffen soll zum Ausgleich des beruflichen Alltags sowie zur Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dienen.

Gemeinsam wird ein Auflauf in den Räumen der Harfe zubereitet.
  • Gemeinsam wird ein Auflauf in den Räumen der Harfe zubereitet.

Da alle Mitglieder stets gemeinsam entscheiden, welche Aktivitäten unternommen werden sollen, wird dadurch einen Raum für selbstbestimmtes Handeln und Gestalten der Freizeit der Mitglieder geschaffen. „Natürlich wollen wir kreative, musische, soziale und sportliche Fähigkeiten weiter fördern oder auch erst wecken“, erklärt Sarah Kruse. Jüngstes Projekt ist eine Playbackshow mit eigenem Video und der Teilnahme am Dieter-Baacke-Wettbewerb „Kompetent in die Medienzukunft“.

Informationen bei Sarah Kruse Tel. 0179/9292385.



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