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Abbruchunternehmen nimmt Arbeit am Gebäude Bahnhofstraße 57 auf / Kosten mit Neubau rund 950 000 Euro

Zusammengefallen wie Streichhölzer und Pappmaché

Lindhorst (jcp). Der 2007 vom Samtgemeinderat Lindhorst beschlossene Abriss des Gebäudes Bahnhofstraße 57 hat am Dienstag begonnen. Stehen bleiben werden nur die Fahrzeughallen der Feuerwehr.

veröffentlicht am 28.03.2008 um 00:00 Uhr

Die Abrissarbeiten in der Bahnhofstraße sind in vollem Gange. Fo

"Das Aufbauen hat länger gedauert", witzelt der Lindhorster Hans-Heinrich Bock. Er ist hergekommen, um zu sehen, wie das Gebäude abgerissen wird, das sich zuletzt Bauhof und Freiwillige Feuerwehr geteilt hatten. Bock hat seit seiner Kindheit in unmittelbarer Nachbarschaft gelebt. "Wenn ich jetzt zu Hause aus dem Fenster sehe, schaue ich direkt auf die Kirche. Daran muss ich mich erstmal gewöhnen." Etwas ungläubig beobachtet Bock, wie der Bagger des Abbruchunternehmens "Döpke" sich krachend durch die Schutthügel gräbt, die sich während des Abrisses bereits angesammelt haben. "Als wären's Streichhölzer und Pappmaché", meint Bock. In einem großen Loch im Dach erscheint ein Mann in einem weißen Overall. Er schmeißt Holzlatten in den Hof, die doppelt so groß sind wie er selber. "Ich habe 50 Jahre im Bauwesen gearbeitet, aber ich staune immer wieder, wie schnell sich mit Hilfe von Maschinen so ein Landschaftsbild komplett verändert", sagt Hans-Heinrich Bock. "Ich meine, die sind ja erst seit gestern dabei", kommentiert der Lindhorster das momentane Trümmerfeld. "Das Thema Abbruch und Neubau kam 2006 zum ersten Mal im Samtgemeinderat auf", sagte Gemeindedirektor Jens Schwedhelm. In der Bahnhofstraße 57 hätten sich zu dem Zeitpunkt unter anderem Seminarräume der Feuerwehr und Sozialräume des Baubetriebshofes befunden. Den zweiten Stock hätten zudem verschiedene Vereine genutzt. Der Zustand des Gebäudes habe aber einen Abriss langfristig gesehen unumgehbar gemacht. "Ich weiß jetzt nicht die genauen Jahreszahlen, aber bevor die Samtgemeinde da reingegangen ist, war die Bahnhofstraße 57 ja schon jahrelang ein Gebäude der Gemeinde Lindhorst gewe sen." Außerdem solle der Neubau genau auf die beiden hauptsächlichen Nutzer Feuerwehr und Baubetriebshof zugeschnitten werden. Abriss und Wiederaufbau werden die Samtgemeinde Lindhorst rund 950 000 Euro kosten. Beschlossen hatte der Samtgemeinderat den Bau im Juni vergangenen Jahres gegen den Widerstand der SPD, die eine "Auslagerung" der Feuerwehr an den Standort Industriegebiet/Holzplatz - ermöglicht durch einen privaten Investor - befürwortet hatte.



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