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Serie: Die Bürgermeister-Kandidaten / Martin Schulze-Elvert will werden, was der Opa einst war

Zurück in die Zukunft - aber dynamisch

Obernkirchen. Martin Schulze-Elvert hat beim hürdenreichen Hindernisrennen zum Bergstadt-Bürgermeistersessel am Start einen klaren Nachteil: Er ist (auch noch bekennender) Fan des MSV Duisburg. Und das in der HSV-Hochburg Obernkirchen. Aber der Vehlener kann das erklären: Er wurde dort geboren, nicht weit entfernt vom Wedaustadion des Meidericher Sportvereins.

veröffentlicht am 05.07.2006 um 00:00 Uhr

Wähler, schaut auf diese Seiten: Martin Schulze-Elvert will am 1

Autor:

Frank Westermann

Im tiefsten Kohlenpott kam er 1963 zur Welt,über die Bundeswehr nach Schaumburg und nach Vehlen. In seiner Familie ist er das schwarze Schaf - und das durchaus im Wortsinne. Während seine Eltern und sein Bruder stramm SPD wählen, ist Schulze-Elvert Mitglied der CDU geworden. Und kann auch dieses erklären: In seiner Zeit als Elternvertreter habe er sich die Parteien in Obernkirchen genauer angeschaut. Nur mit der CDU, so seine damalige Überlegung, sei überhaupt etwas Neues umzusetzen. Der SPD bescheinigt Schulze-Elvert auch heute noch - nicht nur im Stadtrat - gerne mal die Bewegungsschnelligkeit einer Wanderdüne. Dass es ein langer hindernisreicher Hürdenlauf ist, der auf die Kandidaten über den Sommer bis zum September wartet, gefällt dem 43-Jährigen, schließlich hat er in seinem Leben 17 Mal den Marathon gelaufen. Aber das ist nun auch schon 15 Kilo her. Aber Ausdauer hat er, eine Webseite auch (www.schulze-elvert.de), ein Wettkampfteamhat er zudem. Und T-Shirts wird er verteilen, mit dem Aufdruck "100 Prozent für Obernkichen". Die können sich, weil sie neutral gehalten sind, sogar seine Gegenkandidaten anziehen. 100 Prozent, das ist in diesen Tagen eine Lieblingsformulierung von Schulze-Elvert. Zu 100 Prozent habe er sich auf seine Kanditatur vorbereitet - und daher schon bei der entscheidenden Abstimmung in den Reihen der CDU mit einem Flyer die Mitglieder auf seine Wahl eingestimmt. Obernkirchen habe in der Vergangenheit stets eine eher unscheinbare Rolle im Wahlkampf gespielt, dabei müsse sich die Stadt nicht verstecken, sagt er. Und: Nicht etwa er selbst werde in seinem Wahlkampf im Mittelpunkt stehen, sondern die Stadt und ihre Zukunft: "Es geht um Obernkirchen." Einen jungen und dynamischen Wahlkampf will erführen, "weil ich jung und dynamisch bin - zu 100 Prozent". Sein Wahlkampfbüro ist die CDU-Geschäftsstelle, klar, Urlaub von der Bundeswehr wird der Hauptmann der heißen Phase nehmen: "Das erwarte ich von den anderen auch." Wo die Wahl gewonnen wird, das ist ihm ebenso klar wie allen Kandidaten:"Wir werden uns die noch warme Türklinke gegenseitig in die Hand drücken." Und wenn für ihn alles gut geht, dann geht es zurück, dann ist der verheiratete Vater einer Tochter am 10. September dort, wo ein Vorfahre schon einmal war: im Bürgermeisteramt. Schulze-Elvert kann seine Ahnen im Münsterland ein paar Jahrhunderte zurückverfolgen, ein Großvater war Bürgermeister - der Dorfschulze. Womit auch klar wäre, dass Schulze-Elvert kein angeheirateter Name ist. Auf Spekulationen will er sich nicht einlassen, er selbst sieht sich in der Stichwahl. Sicher ist für ihn nur eins: "Der nächste Bürgermeister der Stadt fängt mit S an."

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