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Selten wurde so intensivüber ein Gutachten diskutiert, das noch nicht existiert. Das "Hochwassergutachten" - ein Begriff mit besten Chancen, zum Rintelner Wort des Jahres gekürt zu werden - lässt weiter auf sich warten. Ende Mai soll es endlich druckfrisch auf dem Tisch liegen.

veröffentlicht am 17.05.2007 um 00:00 Uhr

Das Gutachten - so viel steht fest - untersucht, welche Verdrängungseffekte entstehen, wenn der Steinanger hochwassersicher bebaut wird. Grundlage der Berechnungen werden unterschiedliche Pegelstände sein, bis hin zu einem faktisch nicht erinnerbaren, aber rechtlich relevanten "Jahrhundert-Hochwasser". Die Frage wird sein: Wo bleibt das vom Steinanger verdrängte Hochwasser? Gibt es Häuser, in denen der (im Jahrhundert-Szenario ohnehin schon hohe) Pegel um einige Zentimeter höher steigen würde, und gibt es andererseits Häuser, deren Keller etwas weniger unter Wasser stehen, weil sich die Strömung einen anderen Weg sucht? Gibt es bei realen oder extremen Hochwasserlagen mehr "Gewinner" oder mehr "Verlierer" durch eine Steinanger-Bebauung? Momentan prüft die Stadtverwaltung eine zweite, für die zeitnahe Bebauung des Steinangers möglicherweise entscheidende Frage: Welches rechtliche Risiko geht die Stadt ein, wenn gegen eine Bebauung aus Gründen des Hochwasserschutzes geklagt wird? Dass der Rechtsweg beschritten wird, daran zweifelt angesichts der verhärteten Fronten im Steinanger-Streit eigentlich niemand. Schon deshalb will die Verwaltung ein "wasserdichtes" Ergebnis präsentieren. In der Politik, vor allem in der CDU, wächst derweil der Druck, das "überfällige" Gutachten zu präsentieren. Kleine bis größere Verschwörungstheorien über eine vermutete Verzögerungstaktik kursieren, Spekulationen über den Inhalt schießen ins Kraut. Verständlich: Ohne Gutachten bewegt sich in der Stadtentwicklung derzeit gar nichts. Nicht nur die Steinanger-Bebauung entwickelt sich zur Hängepartie, auch der Ausbau der Burgfeldsweide zum Sportzentrum kann ohne sichere Finanzierung aus dem Steinanger-Erlös nicht beginnen. Und hier ist der Zeitdruck groß: Längst bewilligte Fördermittel müssen in diesem Jahr investiert werden. Am Mittwoch hatten Vertreter der Stadt und des SC Rinteln einen Termin im Innenministerium in Hannover, um weitere Förderchancen auszuloten. Ein Antrag auf kommunale Investitionszuschüsse soll für die Burgfeldsweide gestellt werden. wer Aktueller Pegelstand: Das Hochwasser-Gutachten zum Steinanger wird Ende Mai präsentiert



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