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Torben Maiwald komponiert Oratorium "Elisabeth"

Zum Gedenken an eine mildtätige Helferin

Bückeburg (um). "Elisabeth" - so heißt ein Oratorium, das der in Bückeburg aufgewachsene und nunmehr in Wiesbaden lebende Musiker Torben Maiwald komponiert hat. Den Auftrag, eine Komposition zum 800. Geburtstag der Heiligen Elisabeth von Thüringen zu schaffen, hat er von der Stadt Marburg erhalten.

veröffentlicht am 10.11.2007 um 00:00 Uhr

Torben Maiwald

Warum gerade Marburg? Das wird verständlich, wenn man den Lebensweg dieser bedeutenden Persönlichkeit kennt. Im Jahr 1207 wurde Elisabeth als Tochter des ungarischen Königs Andreas II. geboren. Bereits als Vierjährige kam sie an den Hof des Landgrafen Hermann von Thüringen, mit dessen Sohn und Nachfolger Ludwig IV. sie verlobt und 1221 verheiratet wurde. Der Drang nach Mildtätigkeit und freiwilliger Armut entfremdete sie zunehmend vom höfischen Leben. Nach dem Tod ihres Mannes, der 1227 auf einem Kreuzzug starb, verließ sie, wohl von ihrem Schwager Heinrich Raspe vertrieben, ihre Heimstatt, die Wartburg in Thüringen. Rastlos umherziehend, beraten und beherrscht von ihrem Beichtvater Konrad, kam sie nach Marburg. Dort stiftete sie ein Hospital, in dem sie sich aufopfernd der Pflege der Kranken und Armen widmete. Sie starb 1231, und schon vier Jahre später wurde sie heilig gesprochen. Ab 1235 baute der Deutsche Orden, der Rechtsnachfolger ihrer Marburger Stiftung, die Elisabethkirche in Marburg. Dorthin nach Marburg wurden 1236 ihre Gebeine in einem kostbaren Schreinüberführt, wo sie noch heute liegen. Welcher Ort könnte passender sein, um der 800. Wiederkehr des Geburtstages der Heiligen Elisabeth zu gedenken, als die nach ihr benannte Kirche in Marburg? Hier findet am Sonntag, 18. November, ein Konzert mit zwei Werken statt: Zunächst erklingt das "Deutsche Requiem" von Johannes Brahms, danach das Oratorium "Elisabeth" für Sopran-Solo, Chor und großes Orchester von Torben Maiwald. Es basiert auf Texten der heiligen Elisabeth, der Apokalypse, des Johannes-Evangeliums und der Dichter Hölderlin und Novalis. An der Aufführung (am 16. November in Halle und am 18. November in Marburg) sind die Marktkantorei Halle (Leitung Irénée Peyrot) und die Kantorei Elisabethkirche Marburg (Leitung Nils Kuppe) sowie die Prager Philharmoniker beteiligt. Für den jungen Komponisten, dessen Begabung schon während seiner Bückeburger Schulzeit aufgefallen ist und dessen Werke oftmals mit Auszeichnungen bedacht wurden, wird das Marburger Konzert sicherlich ein bewegendes Erlebnis sein. Die hiesigen Musikfreunde, die sich an Torben Maiwald erinnern, werden mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass das von ihm geschaffene Oratorium neben einem so berühmten Werk wie dem Brahms-Requiem in einem Konzert erklingt.



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