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Besuch hinter den Kulissen des Opernhauses in Hannover durch Elternkontakt ermöglicht

Zukunftstag in Wallensen für die dritte Klasse

Wallensen (gök). Eigentlich beginnt der Zukunftstag für Jungen und Mädchen erst ab Klasse 5. Der Zukunftstag ist ein Tag, an dem alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse fünf die Möglichkeit haben, einen Tag im April einen Einblick in einen Betrieb oder einen Beruf zu bekommen. An diesem Tag müssen sie nicht zur Schule sondern können sich einen Betrieb für einen Arbeitstag aussuchen und einen ersten Einblick in die Berufswelt bekommen.

veröffentlicht am 19.05.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:41 Uhr

In der Grundschule Wallensen hatten aber schon die Kinder der dritten Klasse die Gelegenheit, das Opernhaus in Hannover zu besichtigen. Der exklusiver Besuch des Backstage-Bereichs wurde durch Karsten Lampe ermöglicht, dessen Tochter Sarah die dritte Klasse in der Humboldt-Grundschule Wallensen besucht. Seit mehreren Jahren schon ist Lampe in dem Opernhaus beschäftigt und wollte seine Arbeit nun auf Anfrage den Schülern näherbringen. Bereits die Zugfahrt nach Hannover war aufregend, denn für viele der fünfzehn Kinder war es die erste Fahrt in einem Zug, und alle wollten in dem Doppelstockwaggon oben sitzen und die Aussicht genießen. Angekommen in Hannover, waren die Kinder gleich beeindruckt von der großen Stadt, welche auch für viele Neuland war.

Im Opernhaus bekamen die Kinder eine Privatführung und konnten sich unter anderem von der Technik des Hauses beeindrucken lassen. Am Anfang wurde der Orchestergraben heruntergefahren und ein ganzer Raum bewegte sich. 60 Bühnenarbeiter bereiteten die Orchesterprobe vor und die Kinder beobachteten das wuselige Treiben der Techniker.

Im Keller begutachteten die Schüler die Kulissenaufbauten für die Abendvorstellung „Lady Macbeth“. Sobald der Vorhang fällt, fährt die Bühne in den Keller und die fertigen Kulissen werden auf die Bühne geschoben. Vorhang auf für den nächsten Akt.

„Fast so wie in unserem Theaterraum in der Grundschule. Da haben wir im Sommer ein selbstgeschriebenes Theaterstück vorgeführt“, sage Salia. „Tobias war der Tonmeister und hat mit dem Laptop die Geräusche gemacht.“ Kleine Entdecker im Urwald des Lernens hieß das Stück, und kleine Entdecker sind die Kinder auch hier.

Nach den Kulissen wurden die Kostümräume aufgesucht. Dazu ging es sechs Stockwerke hoch. Dort haben 100 Schneiderinnen Tausende von Kostümen genäht. „Beim Weihnachtsmärchen war ich die böse Hexe“, sagt Nele, „wenn ich dieses Kleid angehabt hätte, das wäre toll gewesen!“ Sie dreht sich um und steht voller Staunen vor einem roten Samtkleid mit Brokat und Edelsteinen besetzt.

Beim Betreten der Waffenkammer des Zeugmeisters kommen auch die Jungen aus dem Staunen nicht mehr raus. Hunderte von Speeren, Säbeln, Dolchen, Degen und Dutzende von Ritterrüstungen waren hier zu sehen. „Alle handgeschmiedet“, erklärt der Waffenmeister. „Ich bin ein König“, sagt Max und setzt sich eine Krone auf. Luca probiert den Handschuh einer Ritterrüstung an. Sie sind in einer anderen Welt.

Nach dem Besuch der Schlosserei, wo auch Rüstungen hergestellt werden, stillten die Kinder ihren Hunger in der Betriebskantine.

Zum Abschied bekamen die Schüler dann noch bunte Folien für die Scheinwerfer des eigenen Theaterraums geschenkt. Nach einem Eis am Kröpcke und Abschiedsfoto unter der englischen Uhr begaben sich die Kinder wieder zum Bahnhof und fuhren mit dem Zug Richtung Elze nach Hause. „Diesen tollen Tag im Staatstheater werden die Kinder wohl so schnell nicht vergessen“, ist sich Klassenlehrerin und Schulleiterin Silke Stenger sicher.



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