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Bürger-Workshop stellt Ideen vor: Multikulti-Sommerfest statt Jahrmärkte / Geschäfte mietfrei nutzen?

Zukunft Innenstadt: Fußgängerzone aufmachen

Obernkirchen (rnk). Im Jahre 2015 ist die Bergstadt nicht mehr wiederzuerkennen. In der Innenstadt reiht sich ein Fachgeschäft an das andere, vor allem die Wiedereröffnung der Friedrich-Ebert-Straße als Einbahnstraße im Jahr 2008 hat für eine spürbare Wiederbelegung der Einkaufsstadt Obernkrichen gesorgt. Die restlichen Leerstände wurden erfolgreich in bezahlbaren Wohnraum verwandelt, der wiederum für einen merklichen Zuzug vor allem jüngerer Familien führte. Im ehemaligen Sitz der Polizei befindet sich jetzt ein Kulturzentrum mit angeschlossenem Kino, am Golfplatz wurde aus der verfallenen ehemaligen Brikettfabrik eine Wellness- und Golf-Oase. Der Tourismus wurde überregional eingebunden, die beiden Jahrmärkte sind längst durch ein großes Multikulti-Sommerfest ersetzt.

veröffentlicht am 14.01.2008 um 00:00 Uhr

Adieu Fußgängerzone? Im Ideen-Workshop erhielt die Öffnung der F

Alles Zukunftsmusik? Sicher, aber Enno Trütken von "forum b" hatte die Teilnehmer des zweiten Workshops am Sonnabend ausdrücklich um Visionen für ihre Stadt gebeten, die sich erst einmal nicht an der Realität orientieren sollten. Deutlich ernster wurde es später, als die Teilnehmer ihre Ziele nennen sollten, die sie noch in diesem Jahr umgesetzt sehen möchten. Die meisten Stimmen erhielt dabei die Fußgängerzone: Sie soll auf der Friedrich-Ebert-Straße wieder geöffnet werden, als Einbahn- und Spielstraße in Richtung Rathaus. Die Begründung: Nurwenn der Kunde direkt vor dem Geschäft in eigens angelegten Parkbuchten seinen Wagen abstellen kann, werde wieder in Obernkirchen eingekauft. Den Einwand, dass es in der Langen Straße und in der Neumarktstraße diese Parkbuchten bereits gebe, dort aber auch viele Geschäfte leerstehen würden, ließ die Gruppe, die die Idee als erste vorstellte, nicht gelten: Erst wenn Obernkirchen wieder als Einkaufsstadt wahrgenommen werden, erst, wenn der Autofahrer aus Richtung Stadthagen kommend durch die Innenstadt fahren und dabei die Geschäfte sehen könne, erst dann werde es wieder aufwärts gehen. 24 Teilnehmer hatten sich vorgestern in der "Roten Schule" eingefunden, um nach den Stärken und Schwächen, den Risiken und Chancen nun die Visionen zu entwickeln, damit es eine Zukunft als Einkaufsstadt gibt. Verbesserungen können sich die Ideensucher auch in der Kultur vorstellen. Mehr Konzerte in der Kirche, mehr Musik auf dem Marktplatz - die Stadt solle unter dem Motto "Anders als alle anderen" ein gestärktes und eigenständiges Profil entwickeln. Dazu gehöre es auch, mit Blick auf den potentiellen Touristen an der Bundesstraße 65 durch ein Schild auf das historische Stift und die Kirche hinzuweisen. Ganz abgeschafft, und für diesen Punkt gab es viel Zustimmung, sollten die beiden Märkte: Weder Frühlings- noch Barbarossa-Markt würden überzeugen, es seien die gleichen Märkte wie in Bückeburg und Stadthagen, "nur unattraktiver", formulierte es eine Gruppe recht deutlich. Und noch ein Punkt wurde oft genannt: Die Bürger und Geschäftsleute der Innenstadt wollen jemanden, der die Ordnung hütet - und nicht potentielle Kunden abzockt. Mehrfach fiel das Wort von der "Wegelagerei": "Man wartet hinter Bäumen und schreibt Knöllchen, wenn die Parkzeit um zwei Minuten überschritten ist. Das geht so nicht", formulierte es eine der vier Ideengruppen. Nachdenken sollte das Rathaus auchüber einen Stadtmanager, der die Ideen bündele und umsetze, empfahlen die Gruppen. Konzepte wurden für die Vermarktung der Gewerbeflächen empfohlen. Der Stellplatz für Wohnmobile wurden den Politikern, die sich zwei Stunden lang die erstellten Ideen präsentieren ließen, ebenfalls wärmstens ans Herz gelegt. Und deutlich besser ausgewiesen werden sollten die Parkplätze in der Innenstadt: Von "Geheimparkplätzen für Ortskundige" sprach pointiert der Sprecher einer Gruppe. Ebenfalls angedacht wurde eine vorübergehende mietfreie Nutzung der Leerstände. Nicht vergessen werden darf eine weitere recht gravierende Änderung im Stadtbild: Das Bornemann-Gebäude wird als "Raumteiler" empfunden und daher - nach einer finanziellen Lösung mit dem Land als derzeitigen Mieter - je nach Gruppe abgerissen oder gleich gesprengt. Mut habe am Sonnabend jedenfalls der hohe Anteil an jungen Menschen gemacht, die an den Ideen mitarbeiteten, formulierte Joachim Gotthardt als Vorsitzender des Wirtschaftsfördervereins seine Bilanz. Nicht so schön sei dagegen gewesen, dass nach der Auftaktrunde im Rathaus, wo immerhin 50 bis 60 Bürger kamen, nur noch ein gutes Drittel in den beiden Workshops mitarbeiten wollten. Gotthardt vermutet, dass bei der Auftaktveranstaltung ein fertiges Konzept erwarte wurde - als die Bürger dann begriffen hätten, dass sie dies selbst miterarbeiten müssten, wären sie dann einfach daheim geblieben.

24 Teilnehmer entwickeln im zweiten Workshop ihre Ideen.
  • 24 Teilnehmer entwickeln im zweiten Workshop ihre Ideen.


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