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"Cantemus"überzeugt in der Schlosskapelle / Vielschichtiges Programm

Zuhörer begeistert: Zugabe im Schloss-Innenhof im Fackelschein

Bückeburg (mig). Von der Decke aus lauschten Putten und Engelsgestalten, unten auf den Bänken waren die zahlreichen Besucherinnen und Besucher begeistert vom ausverkauften "Cantemus"-Konzert in der Schlosskapelle.

veröffentlicht am 02.11.2006 um 00:00 Uhr

Im schummrigen Licht einiger weniger Lampen konnte man fast den Eindruck gewinnen, als würden die geschnitzten Bewohner des kleinen Gotteshauses näher rücken, um auf ihre Weise dem Können des Kammerchores Tribut zu zollen. "Cantemus": diese lateinische Aufforderung zum Singen nahmen die 17 Mitglieder durchaus ernst. Aus voller Kehle und mit viel Bewegung im Chorkörper sangen die Ehemaligen aus Jugendchor und Schaumburger Märchensängern geistliche Chorwerke, Madrigale, Spirituals, Werke der Romantik und Volkslieder. Gleich zu Beginn wurden die Zuhörer mit einem "Exultate Deo" von Alessandro Scarlatti auf den weiteren Abend eingestimmt - die "Gottesfeier" durch kraftvolle Stimmen wirkte in der Kapelle besonders gut. Nach dem wunderschönen "Auf Gott allein will ich hoffen" von Felix Mendelssohn-Bartholdy ging man dann zur weltlichen Chormusik über. Hier bewiesen die Sänger einmal mehr, dass sie nicht ohne Grund auch als "Madrigalchor" apostrophiert werden. Die Liebeslieder von Thomas Morley "Come again" und "April is in my mistress face" wurden klar und genau intoniert - besonders die Läufe in den Männerstimmen bei "Come again" waren schön herausgearbeitet. Dass die Mitglieder von "Cantemus" ihr Handwerk verstehen, wurde auch beim "Echo" von Orlando di Lasso deutlich. Ein Teil des Chores verschwand im Dunkeln und sang aus dem Off im Wechsel mit den verbliebenen Gesangskünstlern. Trotz des fehlenden Sichtkontakts kamen die Einsätze auf den Punkt - eine großartige Leistung. Bei den Spirituals konnten sich dann wieder alle Sänger an Steffi Feind orientieren - die junge Sopranistin macht bei "Cantemus" die Chorleiterarbeit und gibt bei Konzerten die Töne an. Das Kontrastprogramm folgte nach der Pause. Franz Schuberts romantisches Werk "Die Nacht" und Johannes Brahms "In stiller Nacht" wurden entsprechend gefühlvoll und mit reinem Ausdruck gesungen. Den Schluss des Programms markierte ein bunter Strauß deutscher und internationaler Volkslieder. Dem Publikum gefiel vor allem das brasilianische "Boiadero" mit einigen Solostimmen - besonders auffällig "Hofsopranistin" Miriam Heinze mit ausgebildeter Opernstimme und Steffi Feind mit glockenhellem Sopran. Die fällige Zugabe wurde dann in den Schloss-Innenhof verlegt. Angeleuchtet vom Schein der Fackeln sangen die Choristen "Der Mond ist aufgegangen" - dicht umringt von begeisterten Zuhörern. Wer "Cantemus" anlässlich einer Veranstaltung buchen möchte, kann sich unter der Telefonnummer (0 57 22) 909 250 informieren.

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