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Bürgerschützen entwickeln neue Ideen zum Volksfest / 2007 keine finanziellen Verluste / Gefeiert wird im Juni 2009

Zu wenig Zuschauer: Rathaus-Proklamation vor dem Aus?

Obernkirchen (sig). Das war bisher stets ein Höhepunkt des Festes, das die Bürgerschützen alle zwei Jahre ausrichten: die Proklamation der neuen Majestäten vor dem Rathaus. Es kann gut sein, dass es das künftig an dieser Stelle nicht mehr gibt. "Diesmal kamen nur etwa 50 Zuschauer auf den Marktplatz, da können wir durchaus über eine Änderung nachdenken", erklärte Christian Anke bei jüngsten der Sitzung des Führerkorps im "Krug zum grünen Kranz" in Röhrkasten.

veröffentlicht am 12.12.2007 um 00:00 Uhr

Die Proklamation vor dem Rathaus ist vorbei. Vielleicht entfällt

Und dieseÄnderung könnte so aussehen: Der Festzug am Montag endet in der Lieth-Halle. Und genau dort würde der Stadtkommandant dann auch mitteilen, wer in den nächsten zwei Jahren das Zepter in der Bergstadt schwingt. Zwei Vorteile hätte die Sache in jedem Fall: Mehr Publikum wird es dort sicher geben,denn auf den Umzug folgt ohnehin der Königsball, und auch das Wetter könnte hier niemandem etwas anhaben. Über dieses Thema soll in den kommenden Monaten in den Rotts gesprochen und nachgedacht werden, bevor es zur Entscheidung kommt. Rüdiger Matz bemängelte, dass sich der Kinderumzug am Sonntag auf eine völlig unspektakuläre Art bei der Ankunft auf der Lieth auflöst. Die Zugmaschinen der Festwagen, mit denen der Rottnachwuchs bergan transportiert wird, verlieren sich im Buchenwald. Und dort steigen die Kinder ab, während die am Straßenrand stehenden Zuschauer davon nichts mitbekommen. André Steuernagel, Chef des Rotts Rösehöfe, vertrat die Ansicht, letztlich sei es aber doch wichtiger, dass die Kinder gut ankommen und dass es beim Aussteigen kein großes Gedränge gibt. Dann machte Steuernagel den Vorschlag: "Die Kinder könnten doch direkt vor der Lieth-Halle aussteigen." Das wiederum dürfte aber auch zeitraubend sein und verkehrstechnisch einige Probleme mit sich bringen, war aus den Reihen des Führerkorps zu hören. Um das vernünftig zu organisieren, steht der Stab der Bürgerschützen (wie Wolfgang Anke durchblicken ließ) im Gespräch mit dem Eigentümer der Ackerfläche vor der Lieth. Man möchte sie beim Schützenfest als Stellfläche nutzen und entsprechend herrichten. Das scheint angesichts der dort ohnehin vorhandenen Parkplatznot gar keine schlechte Idee. Die nicht im Stadtkern liegenden Rotts führten Klage über die Verkehrsprobleme, die vor allem beim Kinderumzug mit den nahezu Schritttempo fahrenden Festwagen zu beobachten sind. "Bei uns hätte es ein paar Mal richtig scheppern können", berichtete André Steuernagel. Mehr Sicherheit erhofft man sich künftig durch einen vermehrten Geleitschutz der Freiwilligen Feuerwehr. Stadtkommandant Wolfgang Anke zeigte sich unzufrieden mit dem Ablauf des Schießens auf die Ehrenscheiben. Da gibt es zum einen Leerlauf und zum anderen auch wieder Andrang und größere Wartefristen. Oberfeuerwerker Stefan Meier hatte sich darüber bereits Gedanken gemacht und regte an, diesen Wettbewerb zusammen mit dem Schießen um den Stabs- und den Hunstigerpokal zwei Wochen vor dem Fest auszutragen. Ein weiterer Diskussionspunkt war das Musikangebot bei den Tanzveranstaltungen. Welcher Geschmack ist da mehrheitsfähig? Je nach der Altersgruppe möchten es die einen eher etwas "softig" und die anderen dafür rockiger. Allen gerecht zu werden, ist da schwer möglich. Man wird vielleicht einen Mittelweg finden müssen. Nicht zuletzt unter dem Aspekt, dass ohnehin bei diesen Veranstaltungen von Mal zu Mal rund20 Teilnehmer weniger kommen. Diese Entwicklung darf die wirtschaftliche Basis des Festes nicht gefährden. Man sieht: Auch die verbliebenen großen Volksfeste und deren Organisatoren sind einem Wandel unterworfen. Das beste Beispiel dafür war die Powerpoint-Präsentation des Stabszahlmeisters Stephan Eckert. Die Zahlen, die früher mehr oder minder am Ohr vorbeigerauscht sind, waren jetzt schwarz auf weiß oder auch bunt auf einer Leinwand zu sehen. Jede Position wurde schriftlich erläutert. Alle konnten sehen, was welche Kosten verursacht und wo etwas verdient wird. Besonders erfreulich war die Zahl unter dem letzten Strich. Sie war schwarz und zeigte, dass gut gewirtschaftet worden ist. Über 2000 Euro bleiben als Gewinn. Ein insgesamt doch zufriedener Stadtkommandant ließ zu guter Letzt abstimmen über den Termin des nächsten Schützenfestes: 2009 wird in Obernkirchen vom 19. bis zum 22. Juni gefeiert. Damit kommt man den Stadthäger Zylinderträgern in die Quere. Die feiern nämlich vom 17. bis zum 21. Juni.

Stadtkommandant Wolfgang Anke ernannte Andreas Wichmann (l.) und
  • Stadtkommandant Wolfgang Anke ernannte Andreas Wichmann (l.) und Björn Kuhmann zu neuen Mitgliedern im Kreis der Chargierten.


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