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Selbstkritische Bestandsaufnahme bei der Schützengilde Hameln

Zu viele Disziplinen beim Königsschießen?

Hameln. Es war eine sehr selbstkritische Bestandsaufnahme, die Werner Sattler, der Vorsitzende der Schützengilde Hameln, seinen Vereinsschwestern und -brüdern bei der Mitgliederversammlung anlässlich des 165-jährigen Bestehens der Organisation in der Gaststätte Schliekers Brunnen präsentierte. Mit Bedauern berichtete Sattler von abnehmenden Teilnehmerzahlen beim Königsschießen. „Ich erwarte in Zukunft mehr Identifikation der Vereinsmitglieder mit der Schützengilde und mehr Teilnehmer“, betonte Sattler. Er frage sich, ob es zu viele Disziplinen gebe, in denen die Königswürde ausgeschossen werde und auch, ob es zu viele Altersklassen gebe. Der Vorstand werde sich zusammensetzen und überlegen, ob die Disziplinen „eingedampft“ werden müssten, „damit die Königszahl verringert wird“. Schließlich kosteten auch die Königsketten Geld.

veröffentlicht am 31.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

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Auch mit dem Personalbestand hat der Verein Probleme. Derzeit ist der Posten des zweiten Vorsitzenden vakant. Er müsse auf jeden Fall auf der nächsten Hauptversammlung wieder besetzt werden. Allerdings sei es schwierig die Vorstandsämter zu besetzen, beklagte Sattler. „Das ist kein Selbstläufer mehr, jemanden zu gewinnen.“ Allerdings dürften sich die Mitglieder nicht einfach bequem zurücklehnen. Sattler forderte deshalb „mehr Miteinander, dann macht die Sache auch mehr Spaß“.

Der Vorsitzende sprach auch das Problem der Altersstruktur an und fragte die Mitgliederversammlung, ob wohl noch alle Veranstaltungen wie zum Beispiel die Herrentour zeitgemäß seien. „Wenn die Herren aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht mehr können, muss das auf den Prüfstand.“ Das gelte auch für das Paarschießen mit seiner geringen Beteiligung und das Abschießen im Sommer und Winter. Sattler denkt andererseits daran, dass seit einigen Jahren veranstaltete Grünkohlschießen eventuell für Außenstehende zu öffnen sowie das Neujahrspreisschießen in eine Kombination aus Leistungs- und Glücksschießen umzuwandeln. Auch den Schießabend am Montag möchte der Vereinssitzende attraktiver gestalten. Es müsse wieder mehr „Geselligkeit und Kameradschaft“ gepflegt werden.

Mit Bedauern berichtete Sattler auch, dass der Kreisschützenbund die Pacht der Schießsporthallen als Leistungszentrum gekündigt habe. Darüber werde es in Kürze noch Gespräche geben, denn es stelle sich die Frage, ob diese Kündigung angesichts des abgeschlossenen Vertrags rechtlich überhaupt möglich sei. Gleichzeitig bilanzierte Sattler, dass die Schießstände zwar nicht mehr die modernsten seien, gleichwohl seien sie aufgrund vorgenommener Modernisierungsmaßnahmen voll funktionsfähig mit zehn KK-Bahnen, 24 Luftgewehr- und fünf Pistolenständen und damit die größte Anlage im Kreisgebiet.

Eine positive Bilanz zogen die Jugendvertreter für die Arbeit der Schützengilde. Vor allem die Feriencard-Aktion habe sich für den Verein sehr gelohnt, berichtete Korbinian Opitz. Insgesamt 60 Jungschützen hätten an den sechs Veranstaltungen teilgenommen. Viele davon seien Mitglied geworden. Derzeit hat die Jugendabteilung rund 25 Mitglieder, die jeweils am Samstag vier Stunden auf den Schießständen trainieren.

Auch im kommenden Jahr wird es nach Darstellung Sattlers kein großes Schützenfest geben. Stattdessen soll am Posthof mit einem kleinen Zelt gefeiert werden. Der Termin steht noch nicht fest. Ins Auge gefasst sei das Wochenende vom 20. bis 23. Juni.

Aus finanziellen Gründen werde es auch 2014 kein großes Schützenfest in Hameln geben, erklärte Werner Sattler (M.), der Vorsitzende der Schützengilde Hameln. Mit am Vorstandstisch (v. l.) Ilona Harthun, Thomas Kemper, Diethelm Plostica, Korbinian Opitz und Wilfried Kreutziger. wft



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