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Blindow-Schüler nehmen Renaturierungsmaßnahmen der Bückeburger Aue unter die Lupe

Zu viele Barrieren für wirbellose Gesellen

Bückeburg (bus). Mit viel Lob ist jetzt einÖkologieprojekt der Dr. Kurt Blindow Schule bedacht worden. Die im Palais an der Herminenstraße präsentierte Unternehmung sei "in dieser Größenordnung einmalig", konstatierte Schulleiter Rüdiger Maxin. "Ich bin total begeistert", sagte Dr. Jochen Beug vom Naturschutzamt des Landkreises. Und Jens Schatz, der den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz vertrat, meinte in einer direkten Reaktion: "An einigen Stellen müssen wir wohl noch mal ran."

veröffentlicht am 14.09.2007 um 00:00 Uhr

Eva von Löbbecke-Lauenroth überreicht die Ergebnisse des Ökologi

In das von Eva von Löbbecke-Lauenroth koordinierte Projekt waren im aktuellen Sommersemester etwa 50 Absolventen der BTA-Jahrgänge September 2006 und März 2007 eingebunden. Sie hätten "enormen Fleiß und großes Engagement" an den Tag gelegt, hielt Löbbecke-Lauenroth fest. Hauptgegenstand der Untersuchungen warenRenaturierungsmaßnahmen an der Bückeburger Aue. Der in Hattendorf entspringenden Flusslauf wurde an sechs Standorten - Borstel, Schlingmühle, Eisenhammer/Buchholz, Bad Eilsen/Ahnsen, Warber und Bückeburger Niederung - einer gründlichen Inspektion unterzogen. In der Beurteilung spielten biologische Erforschungen gleichermaßen eine Rolle wie chemisch-physikalische Analysen und Bewertungen der Gewässerstrukturen. Ein besonderes Augenmerk galt der Stromaufwärtswanderung von Organismen. Beispielhaft für die Akribie der jungen Wissenschaftler sind Erhebungen über die Tiervorkommen in Borstel und den Fischbestand in Warber. An der ersten Station war der Flussflohkrebs mit 28 Exemplaren Spitzenreiter, gefolgt vom Rollegel (14), der Kriechenden Eintagsfliegenlarve (13), der Maskenköcherfliegenlarve (11) und der Leberegelschnecke (Galba truncatula, 7). Fazit der Forscher: Zu viele Barrieren für die wirbellosen Gesellen; Verbesserungsvorschläge: Umlauf anlegen, durchgehend beruhigte Randbereiche schaffen, eventuell Erlen anpflanzen. In Warber förderte eine an zwei Probefangtagen organisierte Elektrobefischung die eindeutige Dominanz von Elritze (44 Prozent) und Gründling (30) zutage. Zehn Prozent des Fischbestandes entfielen auf den Stichling, Bachforelle und Schmerle erreichter jeweils sechs, der Döbel drei Prozent. Ebenfalls bemerkenswert: Die Dokumentation der Flora-Entwicklung im Neuverlauf der Aue in der Bückeburger Niederung. Gesamtfazit hier: gute Anfangsbedingungen für eine Weiterentwicklung. Die Resultate entsprächen trotz der sehr engen zeitlichen und räumlichen Gültigkeit "in etwa unserer Erwartungshaltung", gab Beug zu verstehen. Sie stellten Bestätigung für gute Maßnahmen und berechtigte Kritik an weniger gelungenen Umsetzungen dar. In der Praxis stünden dem Wünschenswerten allerdings häufig Abhängigkeiten von Geld und Flächenbesitz entgegen. "Dennoch werden wir uns die Ergebnisse genau zu Gemüte führen", kündigte der Experte an. Das an dem Projekt per Absprache beteiligte Naturschutzamt plädiere für eine Wiederholung der Aktion.



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