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Kosten liegen inzwischen bei 3,4 Millionen Euro / Hubschraubermuseum hat Alternative in petto

Zu teuer! Schürmann-Entwurf wird nicht realisiert

Bückeburg. Der Schürmann-Entwurf zur Erweiterung des Hubschraubermuseums wird nicht realisiert. Grund ist die Kostenexplosion, denn mittlerweile werden von Prof. Joachim Schürmann rund 3,4 Millionen Euro reine Baukosten für die Realisierung seines inzwischen mehrfach geänderten Entwurfs kalkuliert. Er verfolgt nach wie vor die Idee der Doppelhelix, der ineinander gedrehten Baukörper, die Außenfassade soll dagegen statt aus Glas und Stahl aus Holzpalisaden bestehen. "Überdimensionierte Kartoffelkiste", spotten Kritiker.

veröffentlicht am 29.09.2007 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

Der Entwurf, mit dem Prof. Joachim Schürmann den Architektenwett
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Schürmann war Anfang 2005 als Sieger aus dem von der Stadt ausgeschriebenen Architektenwettbewerb hervorgegangen. Die Baukosten waren seinerzeit auf 2,5 Millionen Euro begrenzt. Zu den 3,4 Millionen Euro Baukosten kommen noch 500 000 Euro für die museumspädagogische Umgestaltung, summa summarum also knapp vier Millionen Euro. Geld, das das Hubschrauberzentrum nicht mehr aufbringen kann. Bisher sind rund 2,4 Millionen Euro inklusive erwarteter EU-Zuschüsse zusammengekommen, wie der Vorsitzende Wolfgang Raschke gegenüber unserer Zeitung sagte. Damit sei die Vorgabe des Wettbewerbs so gut wie erreicht, 3,4 Millionen aber seien unrealistisch, zumal nicht auszuschließen sei, dass "damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist". Hinter den Kulissen ist in den vergangenen Wochen hart gerungen worden, den Schürmann-Entwurf doch noch zu retten. Denn bei Museum, Stadt und Kreis bestand Einigkeit, dass die Realisierung ein Höhepunkt im architektonischen Bild der Stadt darstellen würde. Mehrere Gespräche mit dem Architekten, Zuschussgebern und Museumsverantwortlichen blieben jedoch erfolglos. Das Hubschrauberzentrum forderte schließlich das Architekturbüro auf, eine verbindliche Kostenkalkulation vorzulegen, auch um eine endgültige Entscheidungsgrundlage für sich, aber auch die Stadt zu haben. Dort war überlegt worden, dass Stadt und Kreis weitere öffentliche Zuschüsse geben könnten, um die Finanzierungslücke zu schließen und das Projekt noch zu retten. Die Kalkulation ging in der vorigen Woche dem Museum zu, "sprengte alle Grenzen" und wurde umgehend mit einem Erläuterungsschreiben an die Stadt geleitet. Außerdem wurde um schnellstmögliche Entscheidung gebeten. Denn damit das Hubschrauberzentrum EU-Mittel erhalten kann, müssen bis zum 30. September die entsprechenden Anträge bei der zuständigen Bank des Landes Niedersachsen gestellt werden. In der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschuss gab es die geforderte rasche und einstimmige Entscheidung. Wie Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage mitteilte, "sieht sich die Stadt nicht in der Lage, die Kostenlücke mitzutragen". Selbst wenn der Landkreis die Hälfte der fehlenden Million übernommen hätte, wäre die verbliebene Hälfte noch deutlich zu hoch, so Brombach weiter. "Für uns ist abschließend entschieden, dass es den Schürmannbau nicht gibt. Der Entwurf ist tot. Wir bedauern die Entwicklung, Schürmann wäre von Namen und Entwurf ein absolutes Highlight gewesen." Natürlich seien Stadt und Landkreis überzeugt, dass die Erweiterung an dieser Stelle kommen und erfolgen müsse. Das Hubschrauberzentrum steht jetzt trotzdem nicht im Regen. Um vorbereitet zu sein, ist mit einem renommierten Architekturbüro aus Schaumburg ein Alternativentwurf entwickelt worden. Das bestätigte Raschke gegenüber unserer Zeitung. Wie er aussieht, wollte er noch nicht offenbaren. Klar ist aber, dass dieser Entwurf gute Chancen hat, realisiert zu werden. Seitens des Architekten seien die Kosten für seinen Entwurf auf 2,6 Millionen Euro taxiert worden, mithin gibt es also eine Finanzierungslücke von "nur noch" 200 000 Euro. Er habe noch was in der Hinterhand, um die Lücke zu schließen, so Raschke optimistisch. Der Bürgermeister, dem die Alternativpläne bekannt sind, sagte, dass diese Deckungslücke deutlich geringer sei und er alles dafür tun werde, dass sie geschlossen werden könne. Ob die Stadt oder aber der Landkreis mit Zuschüssen im Boot seien, sei Sache des Rates und des Kreistages.

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