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Stelldichein der Briefmarken beim Tauschtag im Adolfinum

Zu Tausenden angetreten: Zackig in Reih und Glied

Bückeburg (mig). Was früher einmal ein begehrtes Hobby war, ist bei Jugendlichen schon lange nicht mehr "in" - das "Briefmarkensammeln". Dass die Jagd auf Postwertzeichen trotz E-Mail und Messenger faszinierend sein kann, zeigte der Briefmarkensammlerverein Bückeburg an diesem Wochenende mit einer gut besuchten Tauschbörse. Erstmals wurden im Gymnasium Adolfinum neben neuen Sammelgebieten und Sondermarken auch Münzen ausgestellt.

veröffentlicht am 08.11.2007 um 00:00 Uhr

Neues Sammelgebiet: Briefmarken privater Anbieter. Foto: mig

Zu Tausenden sind sie an diesem Sonntagmorgen angetreten - zackig in Reih und Glied, Briefmarken soweit das Auge reicht... Herr der friedlichen Parade ist Dieter Wehling, seit eineinhalb Jahren Vorsitzender des Bückeburger Vereins. Der leidenschaftliche Philatelist sammelt seit den 50er Jahren - angefangen hat er damals ganz unspektakulär mit einer Kollektion gängiger Marken. "Als ich in der Nachkriegszeit begann, war es einfach toll, eine Marke aus dem Ausland zu besitzen", erinnert er sich und berichtet von Lehrern, die mit Hilfe von Briefmarken die Welt erklärten. "Damals haben alle Jungen mit dem Briefmarkensammeln angefangen, inzwischen müssen wir mit vielen anderen Hobbys konkurrieren", sagt Wehling. Trotz Nachwuchssorgen ist der begeisterte Sammler von der Faszination seines Hobbys überzeugt. "Wenn man eine Marke findet, die man schon lange sucht, ist das wie ein Sechser im Lotto." Sein Tipp für Frischlinge: mit Briefmarken von Bethel einen kleinen Grundstock aufbauen. Vor Fehlgriffen kann der Vereinseintritt den Anfänger schützen - und wirklich teuer muss das einstmals so beliebte Hobby auch nicht sein. Briefmarken gibt es mehr als genug und gesammelt wird grundsätzlich alles. Ob nun Marken aus bestimmten Zeiträumen (altdeutsche Staaten) oder Ländern (die BRD ist immer noch das am häufigsten vertretene Sammel-Gebiet), Eckstücke oder bestimmte Motive - erlaubt ist, was gefällt. "Meine Tochter sammelt beispielsweise nur Tiermotive", erklärt Wehling", "es geht beim Sammelnnicht darum, ob etwas selten ist." Überhaupt sollten sich Anfänger, die mit Briefmarken Geld verdienen wollen, lieber auf ein anderes Anlagegebiet verlegen. "Man kann sich das natürlich schönrechnen, aber zu 90 Prozent ist das ideell. Ich als Normalsammler habe einfach Spaß daran und entspannemich damit vom Stress im Beruf." Seine seltenen Schätzchen aus China oder Finnland sucht Wehling an diesem Sonntag beispielsweise bei Fritz Fricke. Der Mindener hat etliche Alben und Karteikästen mitgebracht und bringt gerade Sicherheitsmerkmale zum Leuchten. Neben Postkarten stehen bei ihm vor allem die neueren Sammelgebiete hoch im Kurs: Plusbriefe mit aufgedruckten Postwertzeichen und Briefmarken privater Anbieter. Fricke: "Gesammelt wird einfach alles - was für den einen wertvoll ist, kann ein anderer gar nicht brauchen."



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