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Job-Center-Chef Michael Stemme warnt vor Schnellschüssen bei einer Nachfolgelösung / "Arge"-Netz erhalten

"Zu schlagkräftigen Teams zusammengewachsen"

Stadthagen (ssr). Am morgigen Donnerstag wird das JobCenter Schaumburg drei Jahre alt. Und schon ist eine erneute Veränderung in Sicht, zumindest bis spätestens Ende 2010 - weil das Bundesverfassungsgericht die Arbeitsgemeinschaften (Arge) zwischen Agentur für Arbeit und Landkreis für verfassungswidrig erklärt hat, die in Schaumburg - wie vielfach andernorts auch - das Job-Center tragen. Nun appelliert Schaumburgs Job-Center-Chef Michael Stemme, bei der Nachfolgelösung möglichst vieles in der "Arge" gut Bewährtes zu erhalten.

veröffentlicht am 06.02.2008 um 00:00 Uhr

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Eines der Motive für die "Hartz IV"-Gesetze war es, dass die erwerbsfähigen Hilfebedürftigen Unterstützung aus einer Hand und ohne zersplitterte Zuständigkeiten erhalten sollen. Zwar sei der Aufbau einer gemeinsamen Struktur von Mitarbeitern des früheren Arbeitsamtes und denen aus Kommunen "aufwändig und mühsam" gewesen, sagt Stemme im Rückblick. Mittlerweile seien die Mitarbeiter aber "zu schlagkräftigen Teams zusammengewachsen". Das enge Zusammenwirken der Experten unterschiedlicher Herkunft in der "Arge" habe in zahllosen Fällen zu einer "ganzheitlichen Hilfe für Hilfebedürftige und ihre Familien geführt", ist Stemme überzeugt. Zudem sei das hiesige JobCenter im Interesse der kreisweit rund 7500 Hilfeempfänger über die "Arge" in ein gewachsenes, dichtes und gut funktionierendes Netzwerk eingebunden, hob Stemme hervor. Diese Gesamtstruktur solle möglichst erhalten bleiben, welcher Art auch immer das nachfolgende Modell nach dem Willen des Bundestages sein werde. Bewährt habe sich etwa die Einbindung in lokale Netzwerke wie den "Runden Tisch für Ausbildung". "Der hat sichtbare Erfolge bei der Beschaffung von Lehrstellen erzielt", so Stemme. Durch enge Kooperationen mit Kreiseinrichtungen wie dem Jugend-, dem Gesundheitsamt oder der Schaumburger Beschäftigungs-GmbH sei auf kurzem Wege zielgenaue Unterstützung für Hilfebedürftige in ihren speziellen Lebenslagen möglich. In enger Abstimmung der "Arge" mit der Volkshochschule gebe es ortsnah ein breites Spektrum von Bildungsmaßnahmen - vom Erlernen einer geordneten Tagesstruktur bis hin zur Kursen für Existenzgründer. Stemme hofft sehr, dass dieses engmaschige lokale Netzwerk durch die anstehende Reform nicht zerstört wird. Sehr wichtig ist dem JobCenter-Chef auch der Appell, dass die neuerliche Veränderung "kein Schnellschuss" wird. Damit spielt er auf die eklatanten Probleme bei der Anlaufphase vor drei Jahren an, die noch in unguter Erinnerung seien. Damals hatte es wegen gravierender Mängel in der bundesweiten Struktur viele Verzögerungen in der Bearbeitung gegeben, denen die Mitarbeiter vor Ort hilflos ausgeliefert gewesen seien. "Regelrechte Einbrüche in den Abläufen waren das", wie Stemme sagt: "So etwas sollte beim nächsten Mal unbedingt ausgeschlossen werden", wünscht er sich am dritten "Geburtstag" des Schaumburger Job-Centers mit Blick nach vorne.



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