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Aktuell keine Interessenten für Komplex / EU-Zuschüsse für mögliche Investoren

"Zu aufwändig": Die Fassade des Badehotels wird vorerst nicht saniert

Bad Eilsen (tw). Die Fassade im Eingangsbereich des Badehotels bleibt vorerst wie sie ist - marode. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Braunschweig-Hannover, Eigentümerin der Leerstands-Immobilie - hat einer baldigen Sanierung auf Anfrage der Landes-Zeitung eine Absage erteilt. "Es gibt derzeit keine konkreten Pläne, an der Fassade etwas zu machen", so Pressesprecher Wolf-Dieter Burde nach Rücksprache mit dem Architekten. Damit haben sich entsprechende Hoffnungen von Bürgermeister Horst Rinne zerschlagen.

veröffentlicht am 08.09.2006 um 00:00 Uhr

Marode: Der Sims am Portal.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde unlängst einen örtlichen Maler beauftragt, die Fassade des Kurtheaters mit Front zur Bahnhofstraße zu streichen; die Kosten betrugen laut Rinne 2500 Euro. Danach hatten sich in den Parteien Hoffnungen geregt, die DRV würde ihrerseits am Badehotel nachziehen. Indes: "Eine bloße Schönheits-,Reparatur', so Burde, "würde nicht lange halten". Und eine professionelle Sanierung der Fassade sei "zu aufwändig" und damit zu teuer. Zumal sich ein baldiger Verkauf des Objekts noch immer nicht abzeichne. Burde: "Es gibt - wie bislang - lockere Gespräche mit Interessenten, aber leider nichts Konkretes". Die immer wiederkehrenden Ideen seien ein Nachnutzen des Badehotels als Klink- oder Altenzentrum; wobei bei Ersterem die Gespräche in der Regel an der Frage scheiterten, wo denn ein Beleger her kommen solle. Außerdem würden immer wieder Ideen vorgebracht, aus dem Hotelkomplex Eigentumswohnungen zu machen. Originellste Vorstellung bislang: "Ein Technologiezentrum", weiß Burde. Allerdings habe die DRV von diesem Interessenten, der sich 2005 gemeldet hatte, bis heute nie wieder etwas gehört. Immerhin: Potenzielle Investoren könnten ihr Engagement in Bad Eilsen demnächst finanziell versüßt bekommen. Zwar hat sich eine entsprechende Aussage beim jüngsten Bürgerstammtisch des SPD-Ortsvereins als Ente erwiesen: Dort hatte es geheißen, das Landeskabinett plane, denjenigen, die in die Leerstands-Immobilien investieren, einen bis zu 50-prozentigen Zuschuss zu den Investitionskosten zu gewähren - eine Aussage, die von MdL Dr.-Ing. Joachim Runkel (CDU) auf Nachfrage der Landes-Zeitung verneint wird. Aber: Statt dessen können Privatinvestoren, die im Gesundheitssektor Akzente setzen wollen, ab 2007 mit EU-Fördermitteln in gleicher Höhe rechnen. Insgesamt geht es für die "Region Weserbergland plus" bis 2013 um eine EU-Fördersumme von zehn Millionen Euro (wir berichteten); die gleiche Summe käme nochmals aus den jeweiligen Kreisetats hinzu. Macht für Schaumburg unterm Strich fünf Millionen Euro. Ein Batzen Geld, von dem - schlüssige Konzepte vorausgesetzt - auch Interessenten für die Leerstands-Immobilien der DRV in Bad Eilsen profitieren könnten.

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