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Stadt: Keine Verschönerung des Ortsbildes / Kleen: Seit elf Jahren Magnet für Kinder

Zoff um zwei Zossen: Gastronom Kleen soll Schaukelpferde entfernen

Bückeburg (tw). Dieter Kleen "kocht" - und zwar vor Wut. Das Ordnungsamt der Stadt hat den Braukeller-Gastronom ultimativ aufgefordert, Schaukelpferde, Blumenkübel, Kochmaschine und Fahnenmast aus der Fußgängerzone zu entfernen. Begründung: "Dieses Mobiliar trägt nicht zur Verschönerung des Ortsbildes bei", heißt es in einem Schreiben an Kleen.

veröffentlicht am 18.04.2007 um 00:00 Uhr

Das tut weh: Nur "unter Protest" hat Dieter Kleen Esel und Schau

Außerdem stünden Tische und Stühle nicht innerhalb der von der Stadt vorgegebenen Grenzen; Kleen benutze weiterhin Freiflächen des Brauhauses, obwohl er respektive seine Frau Ljubica seit 1. Januar 2007 nicht mehr Betreiber des Brauhauses sei. Mit anderen Worten: Seine Sondernutzungserlaubnis seinicht mehr aktuell. Eine erste Frist, die am 3. April endete, hat der Gastronom, der sich vom Ordnungsamt schon seit Jahren "schikaniert" fühlt, noch verstreichen lassen. Doch in einem zweiten Schreiben fährt die Stadt, die Kleen eine - letzte - Frist bis zum 13. April gesetzt hatte, stärkeres Geschütz auf: "Sollten Sie (auch) dieser Aufforderung nicht nachkommen, sehen wir uns gezwungen, die Tische und Stühle auf die Ihnen zugewiesene Freifläche zu stellen und durch einen Unternehmer die besagten Gegenstände entfernen zu lassen. Die Kosten werden voraussichtlich 300 Euro betragen." Ferner behalte sich die Stadt vor, die Sondernutzungserlaubnis für die Freifläche zu widerrufen. Kleen hat jetzt zähneknirschend abgeräumt - "unter Protest", wie er sagt. Denn: "Die ,Schaukelpferde', tatsächlich ein Esel und ein Pferd, stehen schon seit elf Jahren an ihrem Platz und sind ein Magnet für Kinder." Selbst dann noch, als dem Pferd - unlängst - das linke Vorderbein abgebrochen worden sei. "Ein Schuft, wer bei Böses dabei denkt", sagt Kleen und blickt nur zufällig in Richtung Rathaus. Ihm selbst, sagt Kleen, geht es nach eigener Aussage nicht um die 50 Cent pro Ritt, die er nach der Demontage der beiden "Schaukelpferde" vor dem Lokal künftig nicht mehr einnehmen wird. Ihm geht's angeblich ums Prinzip: "Bückeburg wirbt für sich als eine kinderfreundliche Stadt - und jetzt das." Denn gerade den Kindern werde in der Innenstadt, sehe man mal von zwei Spielgeräten auf Springfedern ab, sonst ja "nichts geboten".



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