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Nach Beitragserhöhung verzeichnet Verein Austritte / Versammlung verlangt Kassenbericht / Rinne bleibt Vorsitzender

Zoff um die schlechten Finanzen des SV Nienstädt 09

Nienstädt (mw). Bei der für das Jahr 2006 abgehaltenen Jahresversammlung des SV Nienstädt 09 hat es "gebrodelt". Ursache für die aufkochenden Emotionen einiger Versammlungsteilnehmer sind die Finanzen des Sportvereins gewesen.

veröffentlicht am 27.12.2007 um 00:00 Uhr

Manfred Berbuir gehört dem SV Nienstädt 09 seit 40 Jahren an. Fo

Das Jahr 2006 habe leider keine entscheidenden Verbesserungen gebracht, hat der Vereinsvorsitzende Klaus Rinne berichtet. Dabei wies er etwa auf das unbesetzte Amt des Werbewarts und die des Fußballjugend- sowie Seniorenfußballleiters hin. "Hier muss unbedingt Abhilfe geschaffen werden", stellte er fest. Die finanzielle Situation sei ebenfalls nicht zufriedenstellend. Zudem habe der Ende 2006 insgesamt 617 Mitglieder zählende Verein nach einer Beitragserhöhung Austritte zu verzeichnen gehabt. Auf Nachfrage von Helmut Nielaczny informierte Rinneüber ein 25 000-Euro-Darlehen, das der Verein Anfang 2007 nach einem Beschluss einer außerordentlichen Hauptversammlung aufgenommen hatte. Durch laufende Tilgungen und eine Sondertilgung werde dessen Saldo am 31. Dezember 2007 nur noch 17 800 Euro betragen. Eine weitere Frage Nielacznys, ob man auch einen Kassenbericht zu hören bekomme, ließ Rinne laut werden: "Es hat noch nie einen Kassenbericht gegeben." Über die Finanzen gebe es wie auch in den Vorjahren lediglich eine Mitteilung der Kassenprüfer. "Wir bewegen uns hier in der Grauzone", jedes anwesende Mitglied habe Anspruch auf einen Kassenbericht, meinte Karl-Wilhelm Messerschmidt. Ein weiterer Teilnehmer wies darauf hin, dass die Mitglieder satzungsgemäß auch nach einem Vereinsaustritt für die Schulden des Vereins gerade stehen müssen. "Ihr wollt doch alle nur aufwiegeln", gab ein anderer dem Vorsitzenden Rückendeckung. Dann aber nannte Rinne einige Zahlen: 48 194,16 Euro Einnahmen stünden 60 100 Euro Ausgaben gegenüber (Stand 31. Dezember 2006). Etwas später berichtete einer der beiden Kassenprüfer, dass die Kassenprüfung keine Beanstandungen ergeben habe. "Ich denke, wir gehen heute mit einem unguten Gefühl nach Hause, was die Kassenführung betrifft", befand indes Wolfgang Hoppe, und regte an, zukünftig konkrete Zahlen darzulegen. Dieser Antrag Hoppes wurde bei sieben Nein-Stimmen (von insgesamt 34 Stimmberechtigten) angenommen. Auf Nachfrage von Günter Girulat, wie denn die finanzielle Situation im Jahr 2007 sei, entgegnete Rinne: "Es ist konstant schlecht", gegenüber dem Jahr 2006 sehe es aber besser aus. Mit 26 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen wurde der Vorstand des Vereins entlastet. Eine gespaltenes Bild zeigte sich auch bei den Neuwahlen: Bei einer Nein-Stimme und sieben Enthaltungen wurde Rinne als Erster Vorsitzender wiedergewählt. Danach erklärte er, dass für ihn nach dieser Wahlperiode Schluss sei. Im Amt bestätigt wurden außerdem Gerhard Widdel als Zweiter Vorsitzender (eine Nein-Stimme, drei Enthaltungen), Margret Spier als Kassiererin (eine Enthaltung), Hans-Ulrich Ketz als Schriftführer (eine Nein-Stimme, eine Enthaltung) und Edmund Ilsemann als Vereinsjugendleiter (eine Nein-Stimme, zwei Enthaltungen). Für das Vorstandsamt Werbewart wurde kein Kandidat gefunden. Zur Tagesordnung gehörte auch die Ehrung von langjährigen Mitgliedern: Manfred Berbuir und Klaus-Dieter Klose sind seit 40 Jahren dabei, Rudi Plieschke, Ima Plieschke, Fabienne Plieschke, Marcel Plieschke, Ernst Schönbeck, Edeltraud Schönbeck, Cornelia Wagner und Nico Ilsemann seit 20 Jahren.

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