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Nicht alle Klassenlehrer ziehen mit / Rektorin bedauert "schlechtes Bild"

Zoff um den "Zukunftstag": Eltern beklagen Haltung der Herderschule

Bückeburg (tw). Wird Herderschülern - im Wortsinn - die "Zukunft" verbaut? Eben das ist die Befürchtung in Teilen der Elternschaft. Gleich mehrere Väter und Mütter (Namen der Red. bekannt) riefen gestern in der Redaktion an, machten ihrem Unmut Luft. Ihre Sorge gilt dem "Zukunftstag", den Niedersachsens Kultusministerium für Donnerstag, 26. April, ausgerufen hat. Dabei sollen Mädchen und Jungen der Klassen fünf bis zehn Gelegenheit haben, das Spektrum ihrer Berufswahl zu erweitern und in Betrieben Berufe kennen zu lernen, die für das jeweilige Geschlecht "untypisch" sind.

veröffentlicht am 25.04.2007 um 00:00 Uhr

Indes: "An der Herderschule läuft diese Aktion nicht richtig", so die Anrufer unisono. Beklagt wird die "mangelnde Vorbereitung" der Herderschule auf den Zukunftstag - verbunden mit der Angst, dass die Schule den Kindern für die Betriebserkundungen nicht frei gibt. Die Eltern verweisen dabei darauf, dass die Schule schon am 24. Januar bei der Ausbildungsbörse im Rathaussaal durch Abwesenheit aufgefallen sei. "Etwa ein Viertel der Eltern hat die Teilnahme ihrer Kinder beantragt", erklärt Christiane Marx. Von den rund 600 Herderschülern seien das "etwa 150". Und die, so die Realschulrektorin, die mit dieser Zahl "zufrieden" ist, dürften auch alle teilnehmen. Marx weiter: "Ich habe das Projekt den Klassenlehrern anheim gestellt." Der Großteil mache mit, der Rest - leider - nicht. "Ich vermute, dass das in Einzelfällen aus Zeitmangel unterblieben ist", sagt die Rektorin. Sie räumt ein, dass das nach außen ein "schlechtes Bild" gebe und glaubt, dass die Unzufriedenen in der Elternschaft zu jenen Kindern gehören, in deren Klassen der Zukunftstag kein Thema ist. Dafür werde zumindest die Nachbereitung des Tages, die das Kultusministerium gleichfalls fordert, "besser" laufen. Dabei würden alle Herderschüler einbezogen werden. Marx auf die Frage, ob die Herderschule den Zukunftstag, wie vom Ministerium anheim gestellt, um einen eigenen Projekttag mit Besuchern aus Betrieben bereichert: "Nein." Das Hindernis sei eine zeitgleiche eigene Aktion der Schule: der Gedenkmarsch der Geschichtswerkstatt, die damit am 26. und 27. April an die Opfer des "Arbeitserziehungslagers" Lahde erinnert. Die Rektorin selbst sei "stark involviert"; dass die Konrektorenstelle derzeit noch vakant ist, hätte die Organisation eines solchen Projekttages zusätzlich erschwert. Übrigens: Von den 280 Schülern der Graf-Wilhelm-Schule ist laut Michaela Röhrich für 40 Sprösslinge die Teilnahme am Zukunftstag beantragt worden. Die Schulsozialarbeiterin: "Ich bin froh, dass darunter auch Jungen sind, die sich ,typische' Mädchenberufe wie das Friseurhandwerk ansehen wollen."



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