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Mehrere Optionen für Hochwasserschutz / Regenrückhaltebecken soll sich früher füllen

Ziel: Künftig Überschwemmungen verhindern

Gelldorf (sig). Auch wenn in diesem Jahr bedrohliche Hochwassersituationen im Gelldorfer Raum ausblieben, lässt der Ortsrat nicht locker bei der Suche nach dauerhaften Lösungen. Er wird dabei vom Rat und von der Verwaltung der Bergstadt unterstützt. Das Stadthäger Planungsbüro Kirchner war beauftragt worden, sich dieses Problems anzunehmen. Was dabei bisher herausgekommen ist, darüber berichtete der Diplomingenieur Jürgen Rabe in einer Sitzung des Ortsrates.

veröffentlicht am 18.09.2008 um 00:00 Uhr

Jürgen Rabe

Anhand von Lageplänen und Ausschnitten schilderte der Experte zunächst, woher die Wassermengen kommen, die nach einem Starkregen bestimmte Bereiche von Gelldorf bedrohen. Nach Untersuchungen des Planungsbüros entwässert der Liethbach allein bis zu dem 2005 gebauten Regenrückhaltebecken "Am Bleißmer" eine Fläche von 215 Hektar. Dazu gehören die Regenmengen, die vom JBF-Zentrum auf dem Bückeberg talwärts fließen. Besonders kritisch wird es westlich der Bundesstraße 65, weil dort im Kreuzungsbereich unter der Fahrbahn ein Kanalisationsstrang liegt, der ebenfalls zusätzliche Wassermassen heranführt.Speziell nach einem Sturzregen dauert es deshalb nicht lange, bis im Bereich des Hofes der Familie Schwarze die große Pferdeweide überschwemmt ist. Der Seitengraben neben der B 65 fasst dann die herangeführten Wassermassen nicht mehr. Im Jahre 2002 erreichten die braunen Fluten sogar die Boltenhofstraße und Teile der Dorfstraße. Ortsbürgermeister Andreas Hofmann vertritt die Auffassung, dass durch das Baugebiet Röserheide und durch die Umgestaltung der Bundesstraße 65 zusätzliches Oberflächenwasser Gelldorf bedroht. Rolf Wischhöfer vom zuständigen städtischen Fachbereich teilt diese Auffassung nicht. Trotzdem muss nach Maßnahmen Ausschau gehalten werden, die möglichst schnell und finanzierbar Abhilfe schaffen. Wischhöfer und Rabe sehen als eine bevorzugte Option Änderungen im Bereich des über 3000 Kubikmeter fassenden Regenrückhaltebeckens "Am Bleißmer" an. Dort soll der Zulauf vom Liethbach so gestaltet werden, dass sich das gesamte Becken früher füllt. Auch am Ablaufsystem möchte man Änderungen vornehmen. Es gibt noch andereÜberlegungen. So könnte man hinter der Bushaltestelle am unteren Ende der Langen Straße ein weiteres Rückhaltebecken anlegen, in dem sich Wasser aus dem Liethbach speichern ließe. Möglich wäre, dafür einen Teil des Wiesengeländes der Familie Schwarze entsprechend umzugestalten. Über dieseVariante müsste mit der Eigentümerfamilie verhandelt werden. Die notwendigen Entscheidungen müssen jetzt in den zuständigen Ratsgremien behandelt und abschließend vom Rat der Bergstadt beschlossen werden.

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