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Sonderausstellung „Brikettfabrik Obernkirchen“: Vorerst letzte Besichtigungschance vor Sommerpause

Zeugnisse vergangener Zeiten studieren

Lindhorst (par). Besucher des Bergbau-Museums im Lindhorster Hof Gümmer haben noch bis Sonntag, 12. August, die Chance, sich die Sonderausstellung „Brikettfabrik Obernkirchen“ anzuschauen. Erst nach der Sommerpause, die bis einschließlich 26. August geht, besteht wieder die Möglichkeit dazu.

veröffentlicht am 09.08.2012 um 15:22 Uhr
aktualisiert am 09.08.2012 um 19:16 Uhr

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„Danach geht die Sonderausstellung aber noch bis Ende des Jahres weiter“, erklärt Gunter Ludewig, der für das Bergbau-Museum verantwortlich ist. Damit haben alle Interessierten die Chance, sich einen Eindruck von der Obernkirchener Fabrik zu machen, selbst wenn es in den kommenden Tagen zeitlich eng werden sollte. Das Museum hat dienstags bis sonntags, jeweils in der Zeit von 14 bis 19 Uhr, geöffnet.

In den Jahren 1905 und 1906 wurde die Brikettfabrik in der Nähe des Liethstollens gebaut und im Folgejahr fertiggestellt. Der dort abgebauten Magerkohle wurde Fettkohle vom Tiefbau-Revier Georgschacht beigemischt – und anschließend zu Briketts verarbeitet.

Die sogenannten „Eisenbahner-Briketts“, die ein Gewicht von bis zu drei Kilogramm besaßen, wurden beispielsweise für die Dampflokomotiven der Reichsbahn Ende des Zweiten Weltkrieges hergestellt. Ein Tagesbericht der Fabrik vom 25. Februar 1954 dokumentiert das Produktionsausmaß: 280 Tonnen Briketts an nur einem einzigen Tag. Zum Vergleich wurden im Sommer nur 120 Tonnen produziert. Der Kohlenhändler Otto Hattendorf aus Beckedorf ließ beispielsweise waggonweise Briketts bis zur Bahnstation Lindhorst liefern, wo sie auf Lastkraftwagen oder Pferdeanhänger verladen wurden.

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1907 in Betrieb genommen, wurde die Brikettproduktion am 15. Dezember 1960 eingestellt. Der Schornstein wurde 1969 gesprengt. „Die Bauruine erinnert an den ehemaligen Schaumburger Steinkohlenbergbau, und sie trotzt immer noch Wind und Wetter“, zeigt sich Ludewig erfreut.

Am Sonntag, 19. August, plant der Kultur-Förderverein Schaumburger Bergbau eine Ferienspaßaktion für Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren. In der Zeit von 10 bis 14 Uhr soll der Stollen Feggendorf besucht werden. Treffpunkt ist um zehn Uhr der Hof Gümmer. Die Kosten belaufen sich auf einen Euro. Maximal können bis zu acht Kinder an der Aktion teilnehmen.

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