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Ehrenamtliches Bauteam im Einsatz: Stiftskirche bekommt endlich Toilettenanlage, Lagerräume und neuen Stromverteiler

Zentnerschwere Felsbrocken aus der Wand gebrochen

Obernkirchen (sig). Die Kirchentür ist offen, und durch das Hallenschiff hallen Geräusche, die nichts mit einem Gottesdienst zu tun haben. Es sind eher Arbeitsklänge, aus denen man Hammerschläge und das Brummen eines Staubsaugers heraushören kann. Wer eintritt, entdeckt am Ende des mittleren Ganges ein kleines fleißiges Team, einen Bautrupp des Fördervereins der Stiftskirche. Wer ihm angehört, arbeitet ehrenamtlich. Er sorgt dafür, dass eines der ältesten Gotteshäuser in Niedersachsen erhalten bleibt und notwendige Sanierungen erfolgen.

veröffentlicht am 07.04.2007 um 00:00 Uhr

Die Stiftskirche, so erklärt Ralf Schönbeck, wird auch eine neue

Die sachkundige Leitung liegt hier in den Händen von Ralf Schönbeck, der Mitglied des Kirchenvorstandes ist. Er kniet auf dem Boden eines Raumes, den es vor einiger Zeit noch gar nicht gegeben hat. Der befindet sich nämlich hinter einer mindestens einen Meter dicken Wand, die erst aufgestemmt werden musste. "Stein für Stein haben wir hier mit Hilfe von Seilen und einer Hebeltechnik aus den Fugen gebrochen; bis zu drei Zentner schwer waren die Felsbrocken", berichtet er. Anschließend mussten die herausgebrochenen Teile des Sandsteinmauerwerkes noch aus der Kirche transportiert werden. Sie wurden nicht irgendwo entsorgt, sondern werden aufbewahrt. Wer weiß, wofür man sie noch gebrauchen kann. Unterhalb des Wanddurchbruches befindet sich der Heizungsraum. Er hatte einst eine Höhe von annähernd sieben Meter. Hier musste eine Holzdecke eingezogen werden. Erst danach machte die Öffnung des Mauerwerkes Sinn, denn jetzt können in dem sich daran anschließenden Bereich zwei zusätzliche neue Räume geschaffen werden. Einer davon wird eine Toilette, die auch von Behinderten genutzt werden kann. Ende April soll sie fertig sein. Die Besucher der Stiftskirche ersparen sich dadurch den Weg zum Gemeindehaus in der "Roten Schule". Um den Anschluss an den Abwasserkanal zu schaffen, musste ein Fachunternehmen mit einem Diamantbohrer zwei Meter dicke Mauern durchtrennen. "Diese Arbeit und die Installation der Sanitäranlagen mussten wir vergeben; alles andere haben wir selbst geschafft", erzählt Schönbeck. In einem zusätzlich gewonnenen Vorraum werden künftig verschiedene Gerätschaften der Küsterinnen Regina Molitor und Iris Wagner untergebracht. Dazu gehören auch der Weihnachtsschmuck des Gotteshauses sowie Kerzen und Decken. In diesem Bereich entsteht außerdem eine neue Stromverteileranlage; die alte hatbereits häufiger Probleme bereitet. Stück für Stück, wie es die Finanzen erlauben, sollen danach die alten Kabelstränge ersetzt werden. Auch an der Beleuchtung will man noch einiges ändern. Zurzeit hängen bereits zwei unterschiedliche Deckenleuchten zur Probe in der Stiftskirche. Über eine schmale hölzerne Leiter geht es nach unten - dorthin, wo sich ein unterirdischer Gang befindet, durch den früher die Warmluft zu verschiedenen Stellen im Gotteshaus transportiert wurde. Gitterroste im Steinboden der Kirche zeigen an, wo einst die Wärme austrat und danach zur Decke aufstieg. Diese Energieverschwendung ist inzwischen vorbei. Mit Hilfe der zentralen Gasheizung strömt warmes Wasser in die stählernen Rippen, die sich unter den Kirchenbänken befinden. "Die alte Raumluftheizung hat leider viel Staub verbreitet, der sich an den Innenwänden der Kirche absetzt; dadurch ist das Mauerwerk schmutzig und dunkel geworden", berichtet Schönbeck. Da warten weitere umfangreichen Aufgaben auf das Bauteam, mit denen man sich zurzeit noch gar nicht befassen kann. "Wir sind für jeden dankbar, der uns beim Malen, Reinigen, bei den Schlosser- und Maurerarbeiten helfen kann",heißt es. Man trifft sich jeweils dienstags um 17 Uhr in der Stiftskirche. Nicht minder wichtig sind natürlich finanzielle Spenden, mit denen das Tun des Fördervereins unterstützt wird. Das kann durch den Beitritt zu dieser Gemeinschaft geschehen, deren Vorsitzender Pastor i. R. Dr. Hermann Müntinga ist, oder durch Einzahlungen auf das Konto 510 346 166 bei der Sparkasse Schaumburg.

Der Einstieg in den Kriechkeller erfolgt durch diese kreisförmig
  • Der Einstieg in den Kriechkeller erfolgt durch diese kreisförmige Öffnung. Fotos: sig


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