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Big-Band-Sound zum Neuen Jahr kommt in der Musikschule Schaumburger Märchensänger bestens an

Zeitsprung gelingt rund, spritzig und lässig

Bückeburg. Augen zu, Ohren auf, und schon ging sie los, die mehr als zweistündige Reise durch das Repertoire der jüngsten CD. Binnen Sekunden drehte die Schaumburger Big Band unter Leitung ihres anfeuernden Chefs Nikolaus Dietrich die Zeit zurück in die Swing-, Blues-, Rock- und Boogie-Ära. Und die Gäste im gut gefüllten Saal der Musikschule Schaumburger Märchensänger ließen sich in Sachen Wohlgefühl und Mitwippen nicht lange bitten, denn flotter konnten sie auf das neue Jahr nicht eingestimmt werden.

veröffentlicht am 08.01.2008 um 00:00 Uhr

Die Schaumburger Big Band bereitet dem Publikum in der Musikschu

Autor:

Dietlind Beinßen

In einem Punkt hatten die engagierten Bläser manchem Berufsmusiker etliches voraus: Jedes Mitglied der 15-köpfigen Crew spielte mit sichtbarem Enthusiasmus und machte meistens zusätzlich als behänder Solist auf sich aufmerksam. Mit keck und spritzig gebrachten Titeln wie "Yesterday", "Mr. Sandman", "Take five", "Night Train" oder Glenn-Miller, Count-Basie- und George-Gershwin-Hits befanden sich bei der inspirierten Mannschaft Stücke im Gepäck, die einfach zünden mussten. Da huschte selbst Skeptikern in den Zuhörerreihen ein zufriedenes Lächeln über das Gesicht. Das Zusammenspiel vereinte in Höhepunkten aus dem Musical "Hair" sowie dem herrlich schief umkomponierten Spiritual "Glory Halleluja" und dem drolligen Wanderlied "Komm doch mit in den Thüringer Wald" leidenschaftlichen Ausdruck und rhythmischen Elan, die Gefühlskarten wurden dabei munter gemischt. Apropos Thüringen: Das ist die Heimat von Nikolaus Dietrich und immer wieder gern angesteuerter Aufenthalts- und Übungsort der Band, von dem es nette Episoden zu erzählen gab, denen bereits vor der Pause ein lautstark geforderter Extrabeitrag folgte. Übrigens: Trotz oder gerade wegen eines vorangegangenen Bandscheibenvorfalls bemühte sich der agile Dirigent mit viel Körpereinsatz erfolgreich um den spezifischen Sound. Einmal sensibilisiert für die verschiedensten Nuancen, ließen die Instrumentalisten auch im zweiten Teil ohne jegliche Ermüdungserscheinungen im pointierten Drive nicht nur beim zündenden "Rosaroten Panther" und dem durch Frank Sinatra berühmt gewordenen "New York, New York" aufhorchen. Druckvoll, bisweilen sogar mit gewisser Lässigkeit, die für einen souveränen Umgang mit dem Notenmaterial sprach, präsentierte die Garde gut gelaunt weitere Potpourris in rundem, satten Sound. Komplettiert wurde das trotz der Länge sehr kurzweilige Hörvergnügen durch ein ambitioniert ausgeklügeltes James-Last-Arrangement - dieser war ja bekanntlich Absolvent der Heeres-Musikschule Bückeburg - sowie zum Finale ein fetziges Extrabonbon.

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