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Stadthäger Rat entscheidet: Schattenstab aus Lauenauer Werkstatt kommt auf Amtspfortenkreisel

"Zeitnadel": 13 000 Euro teurer - macht nichts

Stadthagen (ssr). Die "Zeitnadel" des Lauenauer Künstlers Theodor Vollmer wird den Amtspfortenkreisel schmücken. Der Rat der Stadt hat sich einstimmig für dieses von einer Jury zum Sieger des Ideen- und Realisierungswettbewerbs erkorene Kunstwerk (wir berichteten) entschieden. Der 5,50 Meter hohe Schattenstab soll im kommenden Frühjahr aufgerichtet werden. Das Projekt kostet rund 38 000 Euro.

veröffentlicht am 12.12.2007 um 00:00 Uhr

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Trotz der großen Vielfalt der eingereichten Gestaltungsideen habe die Jury am Ende einstimmig die "Zeitnadel" ausgewählt, berichtete Fabian Deus (CDU), der dem von der Stadt eingesetzten Gremium angehört hatte. Das Werk des 50-jährigen Vollmer verbinde in höchst gelungener Weise die drei gewünschten Hauptkriterien: die optische Verklammerung zwischen den Grünanlagen Wall, Schlossgarten und Stadtgarten, den Bezug zum Baustil der Weserrenaissance und die Verstärkung der "Blickbeziehung" in die Obernstraße Richtung Marktplatz. Dieter Kellermeier (SPD) ergänzte, die "Zeitnadel" beziehe den gesamten Kreisel in einer landschaftsgestalterisch überzeugenden Form ein - unter anderem geht es um sechs auf den Schattenstab zulaufende Strahlen in Form von Blumenbeeten und Buchsbaumblöcken. Sogar die Grünen könnten sich mit dem Projekt identifizieren, tat Maria Börger-Sukstorf kund. "Anfangs haben wir für das Pflanzen eines großen Baumes dort gekämpft", rief sie in Erinnerung: "Wir haben uns aber der Mehrheit gebeugt und können diesem schönen Kunstwerk aus voller Überzeugung zustimmen." Einen kurzen Wortwechsel gab esüber die Kosten in Höhe von 38 000 Euro - das sind nämlich 13 000 Euro mehr als urspünglich festgelegt. "Ich beharre darauf, dass dies wirklich die absolute Obergrenze ist", verlangte Bernd Englich (CDU). Dieses sicherte Verwaltungschef Bernd Hellmann zu. "Seit Generationen" habe der Platz zwischen Amtsfporte und Stadtgarten eine "herausragende stadtprägende Bedeutung", so dass eine hochwertige künstlerische Gestaltung auch in dieser Kostenhöhe voll gerechtfertigt sei, argumentierte der Bürgermeister. Dafür fand er im Rat rundum Zustimmung. Mit einem Vergleich setzte Erich Lockemann (SPD) den Schlussunkt der Ratsdebatte. Im Unterschied zum monatelangen erbitterten Streit um den Marktplatzbrunnen vor 20 Jahren sei die Entscheidungsfindung für die ",Zeitnadel' richtig harmonisch verlaufen". Der in einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlichte Wettbewerb hatte auch internationale Resonanz gefunden. Unter den 94 eingereichten Beiträgen waren unter anderem auch Vorschläge aus Irland, Frankreich und der Schweiz. Eine Möglichkeit zur Besichtigung gibt es auch: Die Modelle der insgesamt fünf Preisträger - vor allem natürlich die "Zeitnadel" - sind von heute an für die Dauer von zwei Monaten auf der Empore im Eingangsfoyer des Rathauses zu besichtigen.



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