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Keine historischen Funde / Konflikt zwischen Architekten und Denkmalschützern

Zeitdruck bei Arbeiten im Kloster: Irish-Folk-Festival steigt am 16. Juni

Möllenbeck (ur). In einem Rennen gegen die Zeit stehen die Handwerker und Arbeiter, die derzeit im Innenhof von Kloster Möllenbeck in zwei metertiefen Strängen von jeweils über 30 Metern Länge mit Ausschachtungen und Verlegungen für Strom, Wasser, Telefonkabel und andere Leitungen beschäftigt sind. Schließlich müssen diese Arbeiten noch vor Mitte Juni abgeschlossen sein, da ja der Innenhof bereits am 16. Juniwieder Schauplatz für das traditionelle Irish-Folk-Festival sein wird.

veröffentlicht am 15.05.2007 um 00:00 Uhr

Über 30 Meter lang sind die Gräben am Kloster, die den Versorgun

Im vorderen Bereich soll der Kanal bereits bis Mittwoch wieder verfüllt sein, führen die Reformierten doch bereits am Himmelfahrtstag ihr regionales Nachbarschaftstreffen durch, zu dem Hunderte von Besuchern aus dem Raum zwischen Hildesheim, Hannover und Bielefeld erwartet werden. "Zum Glück wurden bei den Ausschachtungen weder Hinweise auf historische Grabplatten noch auf sonstige Altertümer gefunden, so dass unser Zeitplan dadurch nicht gefährdet wird", freut sich Pastor Roland Trompeter als kirchlicher Bauleiter für die Anlage. Natürlich wurden die Grabungen von Archäologen und Historikern sorgfältig beobachtet, denn der Klosterboden birgt Geschichte und Geschichten zugleich - wobei sich die Gruselstories von unterirdischen Gängen zwischen Möllenbeck und Rinteln auch durch die aktuellen Erdarbeiten nicht bestätigen ließen. Eine bemerkenswerte Entdeckung gelang aber in diesem Zusammenhang trotzdem: Unter den Sandsteinplatten des Kreuzgangs befand sich früher durchgängig eine rote Ziegelpflasterung aus dem 16. Jahrhundert, die vollständig erhalten blieb. Sie wurde dann später mit Erde bedeckt, auf die dann die Sandsteinplatten gelegt wurden - vermutlich waren die einfachen Ziegel irgendwann nicht mehr als würdig genug für den Geist des Ortes empfunden worden. Um die Versorgungsstränge in den Südflügel und damit auch in die große Klosterkirche einzubringen, musste ein anderthalb Meter dickes und massives Fundament durchbohrt werden - die Weiterführung der Rohre und Kabel immerhin kann denkbar einfach über einen ehemaligen Treppenturm erfolgen. Anschließend werden dann rund 80 neue Fenster eingebracht, wobei sich eine Kontroverse zwischen Denkmalschutz und Architekten ergab: Die Bewahrer des Gesamtbildes bestanden auf Einbringung der Fenster in die Außenfuge der ehemaligen Holzklappen, während heutige Bautechnik die Installation der Fenster von innen vorzieht: "Wir richten uns zwar nach den Vorgaben der Denkmalschützer, aber der Architekt hat seine Bedenken gegenüber dem Eindringen von Feuchtigkeit schriftlich festgehalten!", so Trompeter. Auch während der Bauarbeiten ist der Herbergsbereich der Klosteranlage übrigens voll belegt - zurzeit durch junge Leute, die sich für eine Berufsausbildung qualifizieren wollen. "Der Aktionsradius im oberen Kreuzgang ist zwar etwas eingeschränkt, aber sonst ist dieses Nebeneinander durchaus vereinbar" , freut sich der Hausherr. Der schließlich kein Museum betreibt, sondern ein Gotteshaus, das sich der Welt stellt.

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