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"Sommermärchen": Bad Nenndorf feiert Wortmanns WM-Film und 96-Trainer Dieter Hecking

"Zeit, dass sich was dreht - bei Hannover 96"

Bad Nenndorf (tes). "Dortmund, 4. Juli 2006": Mit diesem Untertitel beginnt "Deutschland. Ein Sommermärchen" als hautnaher Rückblick der Nationalmannschaft auf eine WM, die Deutschland kollektiv berauscht hat. Bei der - ein wenig verspäteten - Premierenfeier des Sönke-Wortmann-Films im Kurtheater ließ Hannover 96-Coach Dieter Hecking bei Interview und Autogrammstunde das Fußball-Fieber aufleben.

veröffentlicht am 30.10.2006 um 00:00 Uhr

Bitte ein Autogramm in das Buch für den Enkel: Hannover-96-Train

Dem Ansturm der Fußballfans begegnete Nenndorfs prominentester Bürger ohne Allüren. Er schrieb Autogramme im Akkord - auf Karten, T-Shirts, Hüte, Tassen und was sonst Erinnerungswert verspricht. Interessiert hörte er sich die privaten WM-Erlebnisse der Autogrammjäger an. Als "Person desöffentlichen Lebens" richtete er ein Lob an die Nenndorfer: "Die Leute lassen mich in Ruhe. Da steht keiner am Zaun und sagt: Guck mal, da wohnt er." Dennoch sei der Wechsel eine schwere Entscheidung "pro Familie und nicht gegen Alemannia Aachen" gewesen, betonte der Vater von fünf Kindern. Am 7.September war Hecking zum damaligen Tabellenletzten Hannover 96 gewechselt. Kein Sprung ins Unbekannte: In der Saison 1997/98 schaffte er als Spieler mit diesem Verein den Aufstieg in die Zweite Liga. "Ebenfalls in einer Phase, in der es schwierig war für den Verein", setzt er erneut auf Aufstieg: "Der Trend weist nach oben." Wie er mit dem Druck umgehe? Angesichts der "Riesenverpflichtung" als Cheftrainer erwarte er "nie Ruhe". Hecking sieht seine Aufgabe darin, den Zusammenhalt der Mannschaft zu fördern und zu erreichen, dass die Fans hinter dem Verein stehen. Der Reiz am Wechsel vom Akteur zum Coach bestehe darin, zu sehen, "was man mit jungen Spielern erreichen kann". Die Marschroute sei klar: "So schnell wie möglich unten wegkommen und das Optimale aus der Mannschaft herausholen." Zudem arbeite er daran, "dass Hannover 96 ein Gesicht bekommt". Den WM-Film hatte der Trainer bereits mit dem 96-Team gesehen. "Ein fantastisches Werk für Fans, die mal hinter die Kulissen sehen wollen. Profis kennen alles schon." Diesen Eindruck bestätigten Kinogäste: So hautnah und ungefiltert sind Profifußballer sonst nicht zu erleben - von der Urinprobe bis zu "Schweini" als Kameramann. Was vom WM-Fieber übrig ist? "Ein unheimlicher Zulauf in kleinen Vereinen, die mittlerweile Probleme haben, alle aufzunehmen. Wir Profis merken wenig vom Klinsmann-Effekt", so der Trainer. Dennoch: Hecking will "mit dem WM-Feeling Hannover 96 nach vorne bringen". Für tosenden Beifall sorgte seine Antwort auf die Frage was er tue, wenn Bayern-Manager Uli Hoeneß anruft: "Ich geh' nicht nach München", will er den Roten treu bleiben. Nach dem schwarz-rot-goldenen WM-Freudentaumel sehen die Nenndorfer nun eher die Vereinsfarbe rot: "Zeit, dass sich was dreht - mit Hecking bei Hannover 96", war aus dem voll besetzten Kino zu hören.

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