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DRK-Landesverband und Kinderschutzbund Hameln reagieren auf Missbrauchskandale / Schulung für jede DRK-Kita

Zehn Erzieherinnen sind jetzt Kinderschutzfachkräfte

Hameln. Es gibt viele Situationen, in denen Kinder unter Druck stehen. Oft wissen Eltern dann nicht, was zu tun ist. Oder Nachbarn, Erzieherinnen und Erzieher, Ärzte und andere besorgte Menschen bemerken die Situation. Doch was sind die richtigen Wege zum Kindeswohl? Eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht. In dieser schwierigen Situation hilft die DRK-Kinderschutz-Beratung. Im gemeinsamen Gespräch wird die Situation kompetent eingeschätzt und es werden die richtigen Wege zum Wohle des Kindes gefunden.

veröffentlicht am 01.06.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:41 Uhr

„Wir freuen uns, dass wir so engagierte Mitarbeiterinnen in unseren DRK-Kitas haben“, freute sich DRK- Kreisgeschäftsführer Hubert Volkmer. „Ich freue mich, Ihnen die Zertifikate zur DRK- Kinderschutzfachkraft verleihen zu dürfen.“ In Anwesenheit von Andreas Bergmann, Fachreferent für Kinder- und Familienhilfe des DRK-Landesverbandes Niedersachsen e. V., wurde den pädagogischen Mitarbeiterinnen, die Zertifikate überreicht.

Bergmann freute sich ebenfalls über das Engagement zum Wohle des Kindes. In zehneinhalb Tagen haben sich die zehn pädagogischen Mitarbeiterinnen der DRK-Kindertagesstätten zur DRK-Kinderschutzfachkraft ausbilden lassen. Verantwortlich für die Ausbildung waren der Kinderschutzbund Hameln sowie der DRK-Landesverband Niedersachsen und die Landesstelle Jugendschutz.

Für alle pädagogischen Mitarbeiterinnen der DRK-Kitas ist der Grundkurs eine Pflichtfortbildung.

Der Grundkurs ist ein Baustein auf dem Weg: Kinder in Not?– erkennen – beurteilen – handeln. Die Grundlagen und Verantwortlichkeiten für die Umsetzung des Schutzauftrages ist in § 8a des SGBVIII beschrieben. Der 2. Baustein lautet: Früh erkennen – besonnen handeln!

Diese im Rahmen der Kinderschutzoffensive des DRK-Landesverbandes entwickelte Fortbildungsreihe hat zum Ziel, das Basiswissen zur Thematik Kinderschutz zu vertiefen. In drei Module aufgeteilt, wurden den pädagogischen Mitarbeiterinnen theoretische Grundlagen sowie konkrete Handlungsorientierungen für den Kinderschutz vermittelt.

Dabei geht es um:

Die Umsetzung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung.

Formen und Folgen von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung.

Die Zusammenarbeit mit Eltern in Krisensituationen.

Danach folgte ein dreitägiger Aufbaukurs. Die Gruppe setzte sich unter anderem mit Fallbesprechungen, kollegialer Beratung und der Initiierung von Unterstützungsmaßnahmen wie Hilfsangebote für Familien auseinander.

Das Rote Kreuz kooperiert mit vielen Verbänden und Institutionen in der Region, berichtet Gerda Schmalkuche. „Früh erkennen – besonnen handeln“ ist ein gemeinsames Projekt der Landesstelle Jugendschutz mit dem DRK-Landesverband Niedersachsen e.V. Im Mittelpunkt stehen der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (Paragraph 8a SGB VIII), den der Gesetzgeber an die Jugendhilfe richtet. Mit dem Projekt sollen Leitungskräfte und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der niedersächsischen DRK-Kindertagesstätten bei der Umsetzung des Schutzauftrags unterstützt werden. Ziel ist es, flächendeckend einen guten Standard im Umgang mit Verdachtsfällen zu etablieren.

Laut Kriminalstatistik wurden im Jahr 2008 rund 4100 Fälle von Misshandlungen an Kindern unter 14 Jahren gemeldet. Die Dunkelziffer ist noch um ein Vielfaches höher. Der DRK-Landesverband Niedersachsen möchte erkennen und eingreifen, bevor es zu spät ist und betroffenen Kindern aus ihrer Not helfen.

Bis 2011 will der DRK-Landesverband in seinen 300 niedersächsischen Kindertagesstätten mindestens eine Mitarbeiterin als Expertin für den Kinderschutz schulen. Dafür sei eigens einen Qualitätsstandard entwickelt worden.



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