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"Hochzeit": In der Bücherei dreht sich alles um den schönsten Tag des Lebens

Zarter Traum aus Seide und Chiffon

Obernkirchen (sig). Wie eine Ehe auch verlaufen mag, der Hochzeitstag bleibt immer in Erinnerung. Er hat einen Stellenwert, der kaum von irgendeinem anderen Tag erreicht werden kann. Und er ist mit einer Fülle von Vorbereitungen und Erwartungen verbunden. Einen Vorgeschmack dazu lieferte eine Veranstaltung, zu der die Städtische Bücherei im Rahmen ihrer Reihe "Kreativlust" eingeladen hatte. Dabei ging es um das Thema: "Ich will heiraten - aber wie?".

veröffentlicht am 07.05.2008 um 00:00 Uhr

Expertin: Standesbeamtin Susanne Köhler.

Die Idee dazu war kaum geboren, da sei sie schon zum Selbstläufer geworden, berichtete Bücherei-Leiterin Renate Külb unserer Zeitung. Sie zeigte sich außerordentlich erfreut darüber, wie angetan ihre mitarbeitenden "Eu- len" von diesem Vorschlag waren und wie schnell die Zusagen der Frauen kamen, die man zum Gelingen benötigte. Dazu gehörten die Friseurmeisterin Ursula Holtmann und die Friseurin Susanne Kruppa. Sie stellten sich zur Verfügung, um dem weiblichen Teil einer angenommenen Hochzeitsgesellschaft gelungene Haarkreationen zu gestalten. Sarah Engelking fühlte sich in der Rolle einer Brautjungfer ebenso wohl wie Kathy Kruppa mit einer Frisur, die eine angehende Braut schmückt. Dass man für diese Festtagsfrisuren, die das Gesicht umschmeicheln sollen, und für das anschließende Make- up ausreichend Zeit einplanen muss, wurde allen Augenzeugen deutlich. Auch das Anlegen des Brautkleides taugt nicht für einen Schnellschuss. Ein ausgewähltes Exemplar gab es im Obergeschoss der Bücherei zu sehen. Schneidermeisterin Kriemhilde Böhning hatte es aus Seide und Chiffon genäht. Das Oberteil enthielt Spitze und aufgestickte Glasperlen. Der Schleier war aus Tüllspitze, das Muster bestand aus kleinen weißen Blüten. Und weil die Damen heute wieder häufiger Hüte bevorzugen, trug auch die ins Brautgewand gehüllte Schaufensterpuppe einen solchen aus weißem Stroh mit einer Stoffgarnitur. Natürlich wollen sich bei einem solchen Anlass auch die anderen Damen der Festgesellschaft nicht lumpen lassen. Deshalb hatte Kriemhilde Böhning zusätzlich lange Abendkleider mit dazu passenden Hüten mitgebracht. Das festliche Schwarz dominierte als Farbe. Zarte seidene Rosen sorgen dazu für den adäquaten Pep. Alle verwendeten Stoffe kamen von der Stadthäger Firma Bruns. Die Schneidermeisterin: "Heute sind auch wieder Petticoats und frei schwingende Tellerröcke gefragt wie in den fünfziger Jahren. Außerdem gibt es Korsagen - das sind eng anliegende Oberteile mit Stäbchen, die einem trägerlosen Brautkleid Halt geben." Elke Kropp aus Raddestorf bei Uchte ist von Beruf Klangmasseurin. Wenn sie ihre aus Metall-Legierungen hergestellten Klangschalen anschlägt, dann geriet einiges im Umfeld in Schwingungen. "Schließlich soll doch im Trauungsraum eines Standesbeamten eine angenehme harmonische Stimmung herrschen, und die kann ich er- zeugen", versicherte Elke Kropp. Die Brautjungfer konnte sich von der Richtigkeit dieser Aussage überzeugen. Sie stellte sich nämlich mitten in eine große Schale hinein, die danach mehrfach angeschlagen wurde, um mögliche Blockaden zu beseitigen. Natürlich gehört zu einer solchen Ausstellung auch ein Standesamt. Und das war an diesem Tag gleich doppelt besetzt von zwei echten Fachkräften: Renate Külb und Susanne Köhler. Sie waren gut vorbereitet, und es gab in der Tat einige junge Pärchen, die sich dort Informationen einholten und Unterlagen mitnahmen. Wie sich Hochzeiter im Laufe der Zeit optisch verändern - das zeigte ein Album mit alten Bildern, die bis ins Jahr 1882 zurückreichten. Die Braut trug ein Stufenkleid und Blumen in den Haaren, der Bräutigam einen schwarzen Frack und Zylinder. Alles fand Anklang; auch einige französische Besucher kamen. Nur aus der geplanten Wanderung auf dem Kirchweg zwischen Obernkirchen und Gelldorf wurde diesmal nichts. Das Wetter war zu schön: Der Garten und die Eisdiele lockten.



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