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Konsolidierungskurs wird fortgesetzt / Zu Niedrige Eigenkapitalquote / Neue Produkte stehen vor der Markteinführung

Zahlen liegen bei Neschen wieder im Plan - doch die Zeit drängt

Bückeburg (rc). In den Turbulenzen der Hauptversammlung der Neschen AG ging es fast unter, dass das Unternehmen seine Hausaufgaben gemacht hat und für die ersten fünf Monate mit den Zahlen im Plan liegt. Der Umsatz beträgt bisher 55 Millionen Euro, wie Vorstandssprecher Stefan Zinn vortrug. Die Erträge vor Zinsen und Steuern bezifferte er mit 7,8 Prozent. "Das ist noch nicht das, was wir wollen, aber das Unternehmen kommt zu einer Gesundung."

veröffentlicht am 23.06.2007 um 00:00 Uhr

Stefan Zinn.

Neschen werde sich in 2007 weiter stabilisieren und Lieferanteile zurückgewinnen, die es im Zuge der Krise der beiden vergangenen Jahre verloren habe, so Zinn weiter. "Wir müssen das Vertrauen unserer Lieferanten und Kunden zurückgewinnen". Ein Großteil besonders der Lieferanten habe zu Neschen gehalten, und sich unter anderem mit verlängerten Zahlungszielen einverstanden erklärt, ergänzte Technik-Vorstand Martin E. Davies. Zahlen, die allerdings die Aktionäre nicht zufrieden stellen. Kritisch rechneten sie nach, dass die EBIT-Marge nicht ausreiche, die Kredite in Höhe von 50 Millionen abzuzahlen und weitere Investitionen finanzieren zu können. Um zudem die Eigenkapitalquote, die nach der Kapitalerhöhung bei weiter unbefriedigenden zehn Prozent liegt, in durchschnittliche Bereiche um die 20 Prozent zu erhöhen, bräuchte Neschen zehn Jahre, rechnete Florian Hobbeling, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) vor: "Das Unternehmen ist weiter in einer bedrohlichen Situation." Er sehe schon, dass etwas passieren müsse. "Viel Zeit haben wir nicht mehr", räumte auch der neue Aufsichtsratsvorsitzende Hanswerner Feusser ein. Auf entsprechende Nachfragen der Aktionäre erklärte der Vorstand, dass die Neschen AG in zahlreichen Geschäftsfeldern nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal habe und in anderen Bereichen Marktanteile von weit über 50 Prozent. In den kommenden Monaten soll nach Aussage des Technik-Vorstandes vor allem der neue Geschäftsbereich "special products" ausgebaut werden. Unter anderem gebe es im medizinischen Bereich erfolgversprechende Ansätze. Dort könnten Neschen-Folien und -Kleber zum Einsatz kommen. Zusammen mit einem Lieferanten sei zudem ein Lack zur Oberflächenbeschichtung in der Möbelindustrie, speziell für Küchen, entwickelt worden, der qualitativ deutlich über denen der Mitbewerber liege. "Wir rechnen damit, das wir in fünf Jahren mit diesem Geschäftsbereich am Markt etabliert sind". Im Bereich Graphics soll eine einheitliche Maschinenplattform dafür sorgen, dass Kosten gespart werden. Im Bereich "Documents" wird derzeit der Prototyp einer Maschine gebaut, mit der ganze Bücher entsäuert werden können. "Wir können als Dienstleister dann sowohl Einzelblatt- als auch Buchentsäuerung sowie die Verfilmung der Dokumente anbieten. Wir sind indiesem Bereich konkurrenzlos."

Martin E. Davies.
  • Martin E. Davies.
Hanswerner Feusser.
  • Hanswerner Feusser.


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