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Mitgliederschwund und mangelndes Engagement beklagt

Zähe Vorstandswahlen bei IG Bau

Sülbeck (han). Mit Mühe hat der Kreisverband der Indus triegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) einen neuen Vorstand gewählt. Während der Versammlung im Berghotel Sülbeck wurden Mitgliederschwund und nachlassendes gewerkschaftliches Engagement thematisiert.

veröffentlicht am 22.11.2008 um 00:00 Uhr

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Als Gast begrüßten die Gewerkschafter Christian Neuberg, der im Bezirksverband Niedersachsen-Mitte aktiv ist. Viel habe sich in den vergangenen Jahren für die IG Bau und die Gewerkschaftslandschaft verändert. "Wir haben jährlich Mitglieder verloren", bedauerte Neuberg und erwähnte das sinkende Beitragsaufkommen. "Da wir für Hauptamtliche kaum noch Geld haben, werden viele Arbeiten inzwischen von Ehrenamtlichen übernommen." Als Folge des personellen und finanziellen Schwundes hätten sich einige Gewerkschaften zusammengeschlossen. "Obwohl sich immer mehr Branchen unter dem Dach der IG Bau versammeln, haben wir immer weniger Mitglieder." Man dürfe jungen Arbeitnehmern und potenziellen Gewerkschaftern jedoch nicht mangelndes Interesse unterstellen. Das mangelnde gewerkschaftliche Engagement sei vielmehr auf Veränderungen in der Arbeitswelt zurückzuführen. Aufgrund der heutzutage verbreiteten flexiblen Arbeitszeiten wisse der Nachwuchs nicht mehr, ob und wann er für Ehrenämter überhaupt noch Zeit habe. Mit Bedauern nahmen die elf anwesenden Kreisverbandsmitglieder die geringe Versammlungsbeteiligung zur Kenntnis. Insgesamt zählt die Schaumburger IG Bau 468 Mitglieder. Die Vorstandswahlen gestalteten sich schwierig. Der bisherige Kreisverbandschef Horst Lahmann wollte seinen Posten eigentlich abgeben. "Es müssen endlich jüngere Leute ans Ruder." Er sei bereits seit seinem 28. Lebensjahr im Vorstand tätig. Da sich jedoch niemand für das Amt zur Verfügung stellte, kandidierte Lahmann ein weiteres Mal und wurde mit zehn Stimmen wiedergewählt. Auch die Suche nach einem Nachfolger für den abwesenden Vizevorsitzenden Wilfried Neitz zog sich in die Länge. Willy Witte erklärte sich schließlich widerstrebend bereit und wurde einstimmig gewählt. Zum Delegierten für den Bezirksverbandstag am 28. Februar in Hannover wurde Erich Wagner bestimmt. Die Mitglieder wählten Witte in den Bezirksbeirat. Zum Beisitzer wurde Heinz Jochens ernannt. Während der Versammlung kritisierte Lahmann, dass diverse Sitzungen und insbesondere die Bezirksverbandstage nicht an wechselnden Orten, sondern ausschließlich in Hannover stattfinden. Die Anreisenden seien benachteiligt. Gemeinsam mit Witte und Jochens plant der Kreischef, einen Antrag für den Bezirksverbandstag aufzusetzen. Dieser solle noch weitere Vorschläge und Kritikpunkte enthalten, auf die Lahmann jedoch nicht näher eingehen wollte.



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