weather-image
-2°
Ulrich Reineking am Lesertelefon: Von Feinstaub, Bergrennen, Bürgernähe und Rotlicht-Milieu

"Wunderbare Betreuungslandschaft?"

Rinteln (ur). Alsüberzogen empfindet Marion Dirks die Kritik am Bergrennen in Westendorf: "Am Ende ist es sogar vom Umweltgedanken her besser, wenn so ein Rennen für die hiesigen Motorsportfreunde dort auf der Bergstrecke stattfindet - denn wer den Wunsch hat, so ein Rennen zu erleben, der fährt ja sonst ,werweißwieweit' zu anderen Veranstaltungsorten, die weit entfernt liegen und auch das verbraucht jede Menge Sprit!", argumentiert die nach eigenem Bekenntnis "begeisterte, aber umweltbewusste Autofahrerin".

veröffentlicht am 07.02.2007 um 00:00 Uhr

Das Schild für das geplante Bergrennen ist bereits aufgestellt.

Frieda Kuhlmann aus Steinbergen erinnerte sich angesichts unseres Beitragsüber die Familie Oetker an eine Begebenheit aus ihrer Jugend: "Um 1930 bin ich mit meinem Vater ins Auetal zum Oetkerhof gegangen, um dort eine gusseiserne und von innen emaillierte Honigschleuder abzuholen - die hatten wir noch bis vor wenigen Jahren in Gebrauch!" Gerade weil die Auseinandersetzung um die Zukunft des Steinangers so emotional geführt wird, erwartet unser Leser Wolfgang Hassenpflug aus Rinteln einen Ausgleich durch Elemente der direkten Demokratie: "Die Politikverdrossenheit rührt ja häufig daher, dass der Wähler die von ihm ins Amt Gebrachten als abgehoben empfindet - Leute, die nicht mehr bürgernah, sondern aus dem Elfenbeinturm heraus handeln." Eine Bürgerbefragung könnte zur Versachlichung beitragen: "Nicht in jedem Fall - aber bestimmt bei diesem Thema!" Bitter beklagt Erika König aus Rinteln, "dass die Grünen immer dagegen meckern, obwohl doch eigentlich alle für das Bergrennen sind - jedenfalls von den Leuten, die ich kenne". Es müsse ja nicht jährlich durchgeführt werden, "aber alle zwei Jahre - das schadet doch nichts!" Aus Furcht vor "Angriffen aus dem Rotlicht-Milieu" will eine Anruferin aus dem Auetal unbedingt anonym bleiben, die unsere Berichterstattungüber den neu eröffneten "Red Cat Club" kritisiert: "Das klingt alles so verharmlosend - dabei weiß man doch, wie viel kriminelles Volk sich in dieser Branche tummelt und unter welchen Umständen die meisten dieser Mädchen in die Prostitution gezwungen wurden. Die kommen ja nicht freiwillig aus Schaumburg, sondern meist über Schleuserbanden aus dem Ausland." Zwar erkennt Manuela Held aus Steinbergen an, das sich in Sachen Kinderbetreuung schon einiges getan hat, die Politikerbehauptung, dass wir eine "wunderbare Betreuungslandschaft haben", hält sie aber für übertrieben. "Das kostenlose dritte Kindergartenjahr für alle ist im Grunde nur eine Subventionierung der Besserverdienenden - stattdessen hätte man die dafür eingesetzten 160 000 Euro eher in mehr Flexibilität der Betreuung investieren sollen, damit berufstätige oder studierende Mütter sich mit ihrer Planung besser darauf einstellen können." Ein konkretes Beispiel zur Feinstaubbelastung im ländlichen Raum gibt Elke Reese aus dem Kalletal: "Gerade im Sommer, wenn der Verkehr auf der Autobahn zunimmt, sind bei uns Türen, Fenster und Bäume mit einer feinen Rußschicht überzogen. Wenn noch die Belastung durch die Müllverbrennung in Veltheim dazukommt, sollte man bedenken, dass diese Stoffe auch alle in die Lungen gelangen!" ImÜbrigen amüsiert sie die "Umkleideaktion" bei der Polizei: "Auf einmal sollen es wieder blaue Uniformen sein, das hatten wir doch vor dreißig oder vierzig Jahren schon mal. Dieses Hin und Her nützt weder Bürgern noch Beamten, sondern nur den Uniformherstellern - und verursacht jede Menge Kosten!"

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare