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Ministerpräsident macht sich für Erlebniswelt Renaissance stark / Stadthagen Station auf Sommertour

Wulff: "Andere geben mit weniger mehr an"

Stadthagen (jl). Großer Bahnhof in der Stadthäger St.-Martini-Kirche und im Mausoleum. Dort hat gestern Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) auf seiner diesjährigen Sommertour einen einstündigen Halt eingelegt, um sich die Stadthäger Dependance der Erlebniswelt Renaissance (EWR) anzusehen. Dabei hat er sich dafür ausgesprochen das "Kulturwandern" stärker zu fördern und zu vermarkten.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 10:36 Uhr

Auf dem Renaissance-Trip: Ministerpräsident Christian Wulff und

Das Umfeld, in dem Wulff sich gestern inmitten eines Trosses von lokalen Politikern und vieler Medienvertreter aus dem ganzen Land bewegt hat, ist dem Ministerpräsidenten bekannt. Anlässlich eines Vortrags in der Martinikirche hatte Oberprediger Klaus Pönnighaus den prominenten Gast mit den kulturhistorischen Schätzen und dem Mausoleum vertraut gemacht. Gestern galt das Interesse des Landesvaters hauptsächlich der Entwicklung und den Perspektiven des Unternehmens EWR, in das nicht unerhebliche Geldsummen aus der Landeskasse geflossen sind, wie EWR-Aufsichtsratsvorsitzender Rüdiger Butte bei der Begrüßung des Sommerreisenden anmerkte. Butte, von Beruf Landrat im Landkreis Hameln-Pyrmont, lobte Stadthagen als "wunderbaren Standort", und zollte vor allem dem hiesigen EWR-Betreiber, dem Förderverein um Udo Jobst, "höchsten Respekt". Butte sprach die finanziellen Turbulenzen der EWR GmbH an. "Wir sind noch nicht ganz aus den Schwierigkeiten heraus", gab er zu. Sein Schaumburger Kollege Heinz-Gerhard Schöttelndreier hob hervor, dass es, anders als im Hamelner Hochzeitshaus, in Stadthagen von Anfang an keine technischen Probleme und eine gute Besucherfrequenz gegeben hat. Rund 20 000 Besucher sind nach Angaben von Jobst bislang in die Geschichte der Reformation eingetaucht, die den Besucher beim Gang durch Kirche und Mausoleumüber die E-Guider ins Ohr geliefert wird. Besonders viele Kunstinteressierte ziehe es ins siebeneckige Mausoleum mit der Auferstehungsgruppe des "Michelangelo des Nordens", Adrian de Vries. Jobst und Alexander zu Schaumburg-Lippe, dessen Vorfahre Fürst Ernst das Mausoleum erbauen lassen hat, erzählten dem Ministerpräsidenten, dass das Renaissance-Gebäude eine "Fundgrube" für Kunstinteressierte ist. Mit Hilfe der EWR könnten die Kunstschätze Norddeutschlands gehoben werden. "Die spannendste Frage ist, wie wir für alle Menschen Kunst erfahrbar machen". Dann könne "Kulturwandern" zum Beispiel in der Weserregion hervorragend mit Rad- und Wasserwandern verbunden werden, knüpfte Wulff an seine Vorredner an. Den Hinweis Buttes auf die finanziellen Probleme der EWR griff er auch auf: "Da ist nicht ein Euro vergeblich ausgegeben worden. Vielleicht haben wir zu wenig angesetzt." Das Mausoleum, der nächste EWR-Stützpunkt im Bückeburger Schloss und andere Zeugnisse von zum Teil europäischer Bedeutung, veranlasste den Gast aus Hannover zu der Feststellung: "Andere geben mit weniger mehr an." Dies für viele Menschen erfahrbar zu machen "wird noch viel Geld kosten", sagte Wulff und steuerte mit dem großen Tross die nächste Sommertour-Station an.

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