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Jungpolitiker wehrt sich gegen Vorwürfe

Wüstefeld (SU) bleibt dabei: Keine neuen IGS

Landkreis (ssr). Scharf hat sich der Kreisvorsitzende der CDU-nahen Schülerunion (SU), Marius Wüstefeld, gegen Angriffe zur Wehr gesetzt und dabei seine Kritik an der Integrierten Gesamtschule erneuert. Ins Visier nahm der Jungpolitiker dabei auch CDU-Fraktionschef Gunter Feuerbach. Die Kreisvorstände der SU und der Jungen Union (JU) stellten sich inzwischen inhaltlich hinter Wüstefeld.

veröffentlicht am 07.06.2008 um 00:00 Uhr

Seine als Schülervertreter verkündete Ablehnung der Einrichtung weiterer IGS hatte im Schulausschuss des Kreistags für Empörung gesorgt (wir berichteten). "Ich habe begründete Zweifel am Konzept der IGS und sehe die Leistungsfähigkeit des bewährten und erfolgreichen gegliederten Schulsystems durch weitere IGS stark bedroht. Deshalb konnte ich nicht zustimmen", so Wüste feld. Dass die "Damen und Herren im Schulausschuss mit einer kritischen Meinung und deren offensiver Vertretung offenbar nicht umgehen konnten, sondern mit unsachlichen und persönlichen Anfeindungen reagierten", halte er für unangemessen. Das "autoritäre Verhalten" des WGS-Fraktionschefs Siegbert Held ihm gegenüber hält Wüstefeld für "von gestern", da Held mit seinem Elitenbegriff "nur einen längst überwundenen Klassenkampf schürt". In Richtung Feuerbach merkte Wüstefeld an, dieser könne "genauso wenig für die gesamte Schaumburger CDU sprechen wie ich für die gesamte Schülerschaft". Als Schülervertreter habe er ohnehin "die Interessen der Schüler und nicht deren Meinungen zu vertreten", erklärte Wüstefeld sein Selbstverständnis. Dass Eltern, Schulen und Kommunen neue IGS wollen, bedeute noch nicht, dass deren Einrichtung auch sinnvoll sei. Als Beispiel dafür führte Wüstefeld an, dass "durch die Abnahme der Schülerzahlen in den Klassen 5 bis 10 an den etablierten Gymnasien, die durch das zusätzliche gymnasiale Angebot der IGS vorprogrammiert wäre, künftig nur noch ein schlechteres Angebot möglich sei und somit dort die Qualität sinken würde". Dem Argument der Schaffung von Chancengleichheit durch IGS habe er entgegengesetzt, dass durch die als Folge von neuen IGS zu erwartende vermehrte Gründung von Privatschulen genau das Gegenteil eintreten könne. "Ich habe viel Unterstützung von Bürgern, insbesondere von CDU-Mitgliedern, erfahren und dort gilt es in den kommenden Wochen eine inhaltliche Diskussion zu führen", ergänzte er. "Der gesamte SU-Kreisverband lehnt neue Integrierte Gesamtschulen ab und will in den nächsten Wochen gemeinsam mit anderen für das bestehende Schulsystem werben", verdeutlichte SU-Pressesprecher Johannes Kräft. "Auch im JU-Kreisvorstand ist eine grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber der Einrichtung weiterer IGS festzustellen", machte JU-Kreisvorsitzedner Johannes Hennig deutlich. "Wir werden als SU und JU", so Wüste feld weiter, "die inhaltliche Diskussion in der CDU mit vorantreiben."

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