weather-image
Seit mehr als 30 Jahren widmet sich Bruni Lemme der Kunst

Wortspielereien in Keramik

Rodenberg (nah). Seit mehr als 30 Jahren ist Bruni Lemme als freischaffende Künstlerin tätig. "Ich habe meine Begabung genutzt", freut sich die 71-Jährige, die zwischen Haushalt und Weltenbummelei mit dem Wohnmobil immer wieder Zeit findet für ihre Arbeiten.

veröffentlicht am 24.05.2008 um 00:00 Uhr

0000487906.jpg

Die Gabe ist der gebürtigen Hannoveranerin dank mütterlichen Zeichentalents in die Wiege gelegt worden. Dem Kind mussten aufgeschnittene dreieckige Obsttüten den teuren Zeichenblock ersetzen. Aber das eigentlich gewünschte Kunststudium blieb angesichts dreier Geschwister verwehrt. So ließ sie sich zur Industriekauffrau ausbilden: "Ich habe diesen Beruf aber gern ausgeübt." Die Kunst lockte trotzdem: Die zweifache Mutter belegte Kurse in Bildungseinrichtungen und richtete sich 1979 nach dem Einzug im Haus in Rodenberg Werkstatt und Atelier ein. 13 Jahre dozierte sie an der Volkshochschule Schaumburg, seit 1982 hat sie den Vorsitz des Vereins "Schaumburger Künstler". Nun will sie sich einmal ganz auf eigene Faust präsentieren. Am Freitag, 30. Mai, von 15 bis 18.30 Uhr sowie am 31. Mai und 1. Juni jeweils von 11 bis 18.30 Uhr erhalten "Kunden", Freunde und Interessierte die Chance, sich mit der ganzen Breite ihres künstlerischen Schaffens vertraut zu machen und mit ihr ins Gespräch zukommen. Lemmes Keramikkunst sowie ihre Grafiken und Malereien fordern zur Diskussion heraus. Nicht, weil sich Ab straktes dahinter verbirgt, sondern weil sie mit schlichten Formen und spannenden Oberflächen ihre "Augenblickseinfälle" weitergeben will. Besonders in ihren Keramiken setzt sie Wortspielereien um: So wird ein Gondoliere zum "Übersetzer", ein Kletternder zum "Aufsteiger". Doch das fertige Unikat ist nur ein Aspekt in Lemmes Wirken. Nichts merkt der Betrachter von ihrem Experimentieren mit Ton, der Behandlung der Oberfläche oder von der Art der selber hergestellten und -eingefärbten Ton- und Porzellanmassen, von den vorwiegend selber aus verschiedenen Bestandteilen gemengten Glasuren: Die Kladde liegt im Regal, in der sie die Mischungen notiert. Oft erfüllen sich Erwartungen nicht. Dann wandelt sie Formeln erneut ab, mitunter ergänzt um ein bisschen Trotz: "Das muss doch gehen!" Andererseits aber zwingt sie sich zur Disziplin: "Für die Kunst braucht es Geduld." Es sei eine ständige Herausforderung zu sehen, ob Figur, Form und Oberflächenfarbe nach dem Ende auch so stimmen. "Ich lasse mich auf ein Abenteuer ein", sagt Lemme. Das müsse nicht unbedingt dem Zeitgeist entsprechen oder einer Mode: "Meine Kunst ist ehrlich."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt